ROUNDUP/Aktien New York: Verluste vor Zinsentscheid wegen Inflationssorgen
Verstärkte Inflationssorgen belasten am
Mittwoch die New Yorker Börsen. Vor der später erwarteten
US-Zinsentscheidung hielten sich die Anleger nach zuletzt zwei
Erholungstagen zurück. Neben den anhaltenden Angriffen im Iran-Krieg
und dem davon angetriebenen Ölpreis wurden unerwartet stark
gestiegene Erzeugerpreise zur Belastung.
Der Dow Jones Industrial gab eine halbe Stunde nach
dem Auftakt um 0,9 Prozent auf 46.579 Punkte nach. Für den
marktbreiten S&P 500 ging es um 0,7 Prozent auf 6.671
Zähler bergab. Auch der technologielastige Nasdaq 100
verbuchte mit 24.615 Punkten ein Minus von 0,7 Prozent.
Der Preis für ein Fass der US-Ölsorte WTI näherte sich der
100-Dollar-Marke. Die Inflationssorgen wurden davon verstärkt, dass
die Erzeugerpreise in den USA mit einem Anstieg um 3,4 Prozent die
Erwartungen übertrafen. Angesichts der äußerst volatilen Lage sei
vor dem Fed-Entscheid Vorsicht geboten, hieß es von einem Börsianer.
Die Entwicklungen des Tages rücken die Zinsentscheidung der Fed und
vor allem deren Begleitaussagen noch stärker ins Rampenlicht, die ab
19.00 Uhr erwartet werden. Eine Zinssenkung gilt mittlerweile als
ausgeschlossen. Experte Frantisek Taborsky von der ING Bank sieht
ein hohes Risiko, dass im Zinsausblick eine nächste Zinssenkung erst
2027 signalisiert werden könnte.
Die seit Wochen schwächelnden Aktien von Macys legten
4,2 Prozent zu. Zwar blieb der Warenhausbetreiber mit seinen Umsatz-
und Ergebniszielen für das laufende Jahr hinter den
Analystenerwartungen zurück, er überzeugte aber mit einer stärker
als erwarteten Umsatzentwicklung im ersten Quartal. Anleger sprachen
daraufhin von einem ermutigenden Geschäftsjahresauftakt.
Beim auf KI-Drohnensoftware spezialisierten Unternehmen Swarmer
ging eine fulminante Rally am zweiten Tag der
Börsennotierung weiter. In der Spitze kosteten die Aktien mit 45
Dollar noch mehr als die 40 Dollar, mit denen sie am Vortag das bis
zu Achtfache ihres Ausgabepreises erreicht hatten. Der Ausgabepreis
hatte bei 5 Dollar gelegen.
Nach der Schlussglocke berichtet der Speicherchip-Zulieferer Micron
Technology am Mittwoch über das vergangene Quartal.
Zuletzt waren in der Speicherbranche viele Vorschusslorbeeren
verteilt worden wegen der Fantasie für eine hohe Nachfrage durch
Rechenzentren. Am Mittwoch ließ der Schwung aber nach, wie ein
moderates Plus von 0,3 Prozent zeigte.
Netflix konnte sich dem schwachen Marktumfeld mit
einem Abschlag von 0,4 Prozent nicht entziehen. Eine Kaufempfehlung
der Citigroup konnte bei dem Streaminganbieter also nicht die
Oberhand gewinnen. Analyst Jason Bazinet hatte die Aktien mit "Buy"
wieder aufgenommen wegen den operativen Ergebnis- und
Margenaussichten.
Positiv auffällig waren die Anteile von Williams-Sonoma
. Sie stiegen um 5,4 Prozent, nachdem der
Einrichtungshändler für das vierte Quartal einen bereinigten Gewinn
je Aktie gemeldet hatte, der über den Konsensschätzungen
lag./tih/jha/