Aktien Frankfurt: Dax legt weiter zu - Zahlenflut im Blick
Der Dax hat am Donnerstag seine
Verluste abgeschüttelt und ist ins Plus gedreht. Am frühen
Nachmittag notierte der deutsche Leitindex 0,51 Prozent höher bei
25.305 Punkten.
Der MDax , der die mittelgroßen Börsenwerte enthält,
verlor hingegen 0,24 Prozent auf 31.357 Punkte. Für den
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx ging es um 0,4 Prozent
hoch.
Neben den mit Spannung erwarteten, aber verhalten aufgenommenen
Nvidia -Geschäftszahlen stand am deutschen Aktienmarkt
ebenfalls die Berichtssaison mit einer Flut von Jahreszahlen im
Fokus.
Ein deutliches Umsatz- und Ergebnisplus half dem
Internetportal-Betreiber Scout24 ebenso wenig wie das
avisierte weitere Wachstum: Die Aktien büßten 3,3 Prozent ein und
notierten zeitweise so niedrig wie seit April 2024 nicht mehr.
JPMorgan-Analyst Marcus Diebel verwies auf schwächer als erwartet
ausgefallene Umsätze mit Privatkunden. Da die Aktien seit dem
Rekordhoch im Sommer fast die Hälfte ihres Werts verloren haben,
droht im März der Rauswurf aus dem Dax.
Für Munich Re ging es nach einem zuletzt guten Lauf
der Aktien um 2,1 Prozent bergab. Der Rückversicherer übertraf zwar
trotz der verheerenden Waldbrände in Los Angeles sein Gewinnziel,
blieb aber hinter den Analystenerwartungen zurück. Allianz
-Titel gaben um 0,7 Prozent nach. Ein Händler sah die
Geschäftsentwicklung des Versicherers trotz eines Rekordgewinns
bestenfalls im Rahmen der Erwartungen und den Ausblick darunter.
Die Aktien des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials
büßten am Dax-Ende 6 Prozent ein. Hier belastete die anhaltende
Debatte über das europäischen Emissionshandelssystem ETS. Zum Thema
wurde ein Artikel, wonach Italien auf dessen Aussetzung drängen
soll, um energieintensive Unternehmen zu entlasten. Von den Anlegern
in der CO2-intensiven Chemiebranche wurde diese Entwicklung dagegen
begrüßt.
Deutsche Telekom notierten nach einigen Schwankungen
1,2 Prozent im Minus. Ein Börsianer sprach von durchwachsenen Zahlen
und Unternehmenszielen. Die gute heimische Geschäftsentwicklung
sichere die Aktie aber nach unten ab.
Die Titel von MDax-Schlusslicht Freenet sackten um
weitere 11 Prozent ab. Der Mobilfunk- und TV-Anbieter blieb mit
seinen Jahreszahlen sowohl hinter der eigenen Planung als auch den
Analystenerwartungen zurück. Zudem enttäuschten die
Unternehmensziele.
Beim Gabelstaplerhersteller Kion sorgte ein ebenfalls
schwacher Ausblick für Kursverluste von 9.7 Prozent. Im Schlepptau
von Kion gaben die Anteile des Konkurrenten Jungheinrich
um 6,6 Prozent nach.
Für Hensoldt ging es um 7,7 Prozent nach unten,
obwohl der weltweite Rüstungsboom dem Radar-Spezialisten einen
Auftragsrekord und einen deutlichen Gewinnanstieg im Tagesgeschäft
beschert hatte. Jefferies-Analystin Chloe Lemarie sah derweil die
Mitte der operativen Ergebniszielspanne zwei Prozent und die
Dividende noch deutlicher unter dem Marktkonsens.
Dagegen konnten sich die Anleger bei Puma über ein
Kursplus von 2 Prozent freuen. Die Zahlen des Sportwarenherstellers
für das vergangene Quartal seien weniger schlecht ausgefallen als
befürchtet, kommentierte Analyst Thomas Maul von der DZ Bank.
Aixtron drehten nach anfangs hohen Verlusten ins Plus
und gewannen zuletzt 7,8 Prozent. Die Analysten der DZ-Bank rechnen
in der zweiten Jahreshälfte 2026 mit steigenden Bestellungen für die
Anlagen des Chipindustrie-Ausrüsters.
Im Nebenwerte-Index SDax büßten die Aktien von
Gerresheimer weitere 14,4 Prozent ein. Die Krise beim
Verpackungsspezialisten spitzt sich weiter zu. Der Konzern muss sich
weiteren Prüfungen durch die Finanzaufsicht Bafin stellen.
Indes verteuerten sich die zuletzt schwachen Titel von Adesso
um 8,6 Prozent. 2025 verhalf auch ein starkes
Schlussquartal dem IT-Dienstleister zu überraschend guten
Ergebnissen. Für das laufende Jahr erwartet er trotz der anhaltend
schwachen Konjunktur ein weiteres Wachstum. Norma
-Titel gewannen dank eines Aktienrückkaufprogramms des
Verbindungstechnikhersteller 7 Prozent./gl/mis