Aktien New York Ausblick: Klare Verluste - Trump nominiert neuen Fed-Chef
Die New Yorker Börsen dürften sich am Freitag
mit deutlichen Verlusten aus der Woche verabschieden. Der Broker IG
taxierte den zuletzt eher richtungslosen Leitindex Dow Jones
Industrial eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn
0,6 Prozent tiefer auf 48.788 Punkte. Für die Woche zeichnet sich
damit ein ähnliches Minus ab, für den ersten Monat des Jahres
dagegen ein Kursanstieg um 1,5 Prozent. Den technologielastigen
Nasdaq 100 erwartet IG am Freitag 0,7 Prozent tiefer
bei 25.691 Punkten. Damit würde er seinen Wochengewinn auf 0,3
Prozent und das Januar-Plus auf 1,7 Prozent eindämmen.
Marktbeobachter verwiesen darauf, dass der von US-Präsident Donald
Trump vorgeschlagene Nachfolger für US-Notenbankchef Jerome Powell
als Vertreter einer eher restriktiven Geldpolitik gilt, die eher
festverzinsliche Wertpapiere als Aktien begünstigen würde. Die
Ökonomen von Evercore ISI um Krishna Guha betonten indes, sie sähen
den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh eher "als Pragmatiker und
nicht als ideologischen Falken in der Tradition der unabhängigen
konservativen Zentralbanker." Für einen kleinen Stimmungsdämpfer
sorgte derweil, dass die Erzeugerpreise im Dezember etwa stärker als
erwartet gestiegen sind.
Neben der Geldpolitik steht vor dem Wochenende weiter die
Berichtssaison der Unternehmen im Fokus. Bei Apple
zeichnete sich vorbörslich ein Kursminus von 0,3 Prozent ab, nachdem
der Technologieriese ein überraschend starkes Rekordquartal für
seine iPhones berichtet, aber auch von Lieferengpässen für Chips
gesprochen hatte.
Der Halbleiterzulieferer KLA Corp steht nach der
jüngsten Rekordjagd mit minus 7,9 Prozent vor Gewinnmitnahmen. Dass
mehrere Analysten die Geschäftsentwicklung im vergangenen Quartal
lobten, half dem Kurs nicht. Offenbar machten hier einige Anleger
ebenso Kasse wie in den zuletzt ähnlich rekordhungrigen Aktien der
Branchenkollegen Applied Materials und Lam Research
: Diese sanken vorbörslich um jeweils mehr als zwei
Prozent.
Visa -Papiere verloren 0,8 Prozent, obwohl der
Zahlungsdienstleister von starken Ausgaben der Verbraucher
profitiert und stärker als erwartet zugelegt hat. Möglicherweise
hatten sich Anleger noch stärkere Ergebnisse erwartet - wie zuletzt
bei Visas Rivalen Mastercard . Ähnlich wie bei Visa
sah es vor dem Wochenende bei Konkurrent American Express
aus, dessen Aktien sogar um 2,2 Prozent sanken. Die
amerikanische Kreditkartenbranche steht unter Beschuss von Trump,
der Mitte Januar mit einer Deckelung der Kreditkartenzinsen gedroht
hatte.
Dagegen konnten sich die Anleger bei Verizon über ein
vorbörsliches Kursplus von 5 Prozent freuen. Der Telekomkonzern
gewann im vergangenen Quartal deutlich mehr neue Mobilfunkkunden als
erwartet und plant ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm.
Beim Konsumgüterriesen Colgate-Palmolive sorgten
überraschend gute Zahlen für Kursgewinne von 2,3 Prozent./gl/jha/