Der Dax dürfte am Donnerstag
nach seinem Rekordlauf über die Marke von 25.000 Punkten einen Teil
seiner Gewinne vom Mittwoch wieder abgeben. Die Vorgaben der
Übersee-Börsen belasten. An den New Yorker Börsen, waren nach
anfänglichen Rekorden von Dow Jones Industrial und
S&P 500 die Indizes unter Druck geraten. Vor allem
wohl hatten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, unter anderem
zur Rüstungsindustrie, belastet.
Eine Stunde vor Beginn des Xetra-Handels signalisierte der X-Dax
ein Minus von 0,3 Prozent auf 25.046 Punkte. Damit
würde das deutsche Börsenbarometer die runde Tausendermarke noch
behaupten. Am Mittwoch war er mit 25.122 Punkten an seinem
Rekordhoch aus dem Handel gegangen. Der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 wird ebenfalls etwas schwächer erwartet.
In den Vereinigten Staaten hatte Trump mit Aussagen zu
Immobilienkäufen und zur Rüstungsindustrie Anleger verunsichert. So
kündigte er an, dass große Finanzinvestoren zukünftig keine
Einfamilienhäuser mehr kaufen dürften. Zudem forderte er einen
drastischen Anstieg der US-Verteidigungsausgaben für 2027 und setzte
wegen der ihm zufolge zu langsamen Aufrüstung die
US-Rüstungsunternehmen unter Druck.
Sie sollen bis auf Weiteres die Dividendenausschüttungen und
Aktienrückkäufe einstellen und die Gelder stattdessen in ihre
Kapazitäten zu stecken. In den USA hatten Aktien wie die von
Northrop Grumman oder Lockheed Martin
bereits mit Kursverlusten um die 5 Prozent reagiert.
Ein Händler erwartet nun auch Kursverluste bei deutschen
Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall , Hensoldt
, Renk oder TKMS , was
sich vorbörslich auf Tradegate allerdings nicht bestätigte. Dennoch
warnt er: "Hierzulande gibt es zwar keine entsprechenden
Entwicklungen, man sollte sich jedoch an die Energiekrise im
Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg erinnern."
2022/23 hatte Deutschland sogenannte Zufallsgewinne von
Energiekonzernen abgeschöpft, um die negativen Folgen der Bürger
durch die Krise abzumildern. Vorbörslich gaben die vier genannten
Aktien auf Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss am Vortag nach.
Henkel legten auf Tradegate leicht zu. Unter Berufung
auf ungenannte Insider habe der Konsumgüterhersteller ein
Übernahmeangebot für den Shampoo-Hersteller Olaplex abgegeben,
berichtete Bloomberg am Vorabend zur US-Börsenzeit. Die Unternehmen
kommentierten die Gerüchte unterdessen nicht. Die Olaplex-Aktie
allerdings legte im US-Handel um rund 22 Prozent zu, hat allerdings
seit dem Börsengang im Jahr 2021 mehr als 90 Prozent verloren.
"Es gibt also sowohl für Optimisten als auch für Pessimisten
interessante Entwicklungen", kommentierte ein Marktexperte, der die
Olaplex-Aktie auch aktuell nicht für billig hält. Allerdings sei
Olaplex profitabel und aus seiner Sicht ein passender Zukauf.
Evotec dürften nach zwei Tagen mit kräftigen
Kursgewinnen weiter steigen, was auch der vorbörsliche Kurs auf
Tradegate signalisierte. Der Pharma-Wirkstoffforscher teilte mit,
dass sein Tochterunternehmen Just Biologics in den USA neue
Fördermittel der Gates Foundation für KI-gestützte Optimierung der
Entwicklungsfähigkeit monoklonaler Antikörper erhalten hat.
Auch für Rational ging es auf Tradegate nach oben.
Die Privatbank Berenberg sprach eine Kaufempfehlung für den
Profiküchen-Ausrüster aus. Dieser sei ausgezeichnet positioniert, um
mittelfristig ein organisches Wachstum von jährlich 8 Prozent und
eine Kapitalrendite (ROCE) von 35 Prozent zu erzielen, hieß
es./ck/zb