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Wienerberger steigt noch stärker auf die Kostenbremse

"Aussergewöhnliche Zeiten erfordern aussergewöhnliche Massnahmen. Nachdem sich unsere Märkte im ersten Halbjahr stärker als erwartet nach unten entwickelten, haben wir weiteren Handlungsbedarf gesehen", so Wienerberger-CEO Heimo Scheuch zur Ausweitung des Restrukturierungsprogramms.

Konkret handle es sich dabei um einen Aktionsplan, der eine weitere Reduktion der Produktionskapazitäten, aktives Working Capital Management, die Senkung von Fixkosten sowie eine Beschränkung der Investitionen auf ein Minimum vorsieht. "Wir werden in diesem Jahr voraussichtlich 26 statt der ursprünglich geplanten 20 Werke schliessen oder einmotten, um unsere Kapazitäten an die schwächere Nachfrage anzupassen und unsere Vorräte zu reduzieren. Die Kosten dafür schätzen wir auf rund 100 Mio. Euro, wovon ca. 60 Mio. Euro Sonderabschreibungen betreffen".

Im ersten Halbjahr wurden bereits 18 Werke vom Markt genommen, wofür rund 59 Mio. Euro an Restrukturierungskosten angefallen sind und wovon rund 1.000 Arbeitsplätze betroffen waren.

Im ersten Halbjahr 2009 konnten derart Einsparungen von 90 Mio. Euro in den Bereichen Personal und Instandhaltung realisieren. Die Investitionen für Instandhaltung lagen mit 30,7 Mio. Euro um 38 % unter jenen der Vergleichsperiode des Vorjahrs, und die Wachstumsinvestitionen in Höhe von 60,3 Mio. Euro wurden auf die Fertigstellung bereits 2008 begonnener Projekte beschränkt. Daher ist es uns auch gelungen, trotz des schwierigen Umfelds einen positiven Free

"Wir haben im Frühjahr aktiv den Dialog mit unseren Banken gesucht. Es ist uns dabei gelungen, die Laufzeit von ausständigen Bankkrediten zu verlängern und somit den Refinanzierungsbedarf bis Ende 2011 deutlich zu senken. In diesem Jahr decken unsere liquiden Mittel mehr als die fälligen Kredite ab. Insgesamt sind in den Jahren 2010 und 2011 noch 150 Mio. Euro zu refinanzieren, denen 290 Mio. Euro an kommittierten und noch nicht gezogenen Kreditlinien gegenüberstehen. Zusätzlich haben die Banken kürzlich einer Flexibilisierung der "Covenants" zugestimmt, wodurch wir nun über einen grösseren Handlungsspielraum verfügen, erklärt Scheuch. (red)
Die Wienerberger-Aktie steht am Freitag aber stärker unter dem Eindruck der Lafarge-Zahlen. Sie gibt im Tagesverlauf an die 4% ab, kann sich aber wieder etwas erholen.

Händler verwiesen am Freitag auf enttäuschende Zahlen und einen schwachen Ausblick beim weltweit grössten Zementkonzern Lafarge. Der französische Branchenprimus erlitt im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch von 45 Prozent und sieht für die Baustoffindustrie auch in den kommenden Monaten keine Entspannung. Der weltweite Zementumsatz werde angesichts der nachlassenden Bautätigkeiten dieses Jahr um vier bis acht Prozent fallen, so Lafarge.

Der schwache Ausblick drückte europaweit auf die Stimmung der Anleger in Baustofftitel. Der entsprechende Branchenindex im Euro-Stoxx-600 gab 0,41 Prozent ab, die grössten Verlierer in diesem Segment waren Ferrovial (minus 6,56 Prozent), Wienerberger (minus 4,33 Prozent) und Lafarge (minus 3,11 Prozent).

(red/APA)

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