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Verbund bremst bei den Investments in CEE

Die Finanzkrise bereitet Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber mit Blick auf die Liquiditätslage des Konzerns keine Schwierigkeiten: "Wir finanzieren uns heute genauso günstig oder sogar noch etwas günstiger als vor der Finanzkrise". Dennoch drosselt der Verbund seine Investitionen in CEE deutlich. Das hat zur Folge, dass die Investitionsausgaben (Capex) um rund 1 Mrd. Euro auf 2,5 Mrd. Euro sinken. CEE sei nicht länger "Top-Priorität".

Die Finanzierung für die zuletzt angekündigte Übernahme der 13 Wasserkraftwerke von der deutschen E.ON ist nach der Begebung des jüngsten Bonds im Ausmass von 840 Mio. Euro gesichert, jetzt warte man nur noch auf das Closing. Was weitere Zukäufe anbelangt, so zeigt sich Anzengruber nicht abgeneigt, über ein Engagement bei der Estag nachzudenken. Auf die Frage ob er Interesse am 25%-Anteil der französischen EdF an der Estag habe, sagt Anzengruber im Interview mit Bloomberg TV: "Prinzipiell ja. Wir müssen aber vorsichtig sein. Akquisitionen müssen strategisch Sinn machen, auch müsste uns eine Mehrheit angeboten werden". Dann wäre der Verbund bereit, darüber zu diskutieren. Zweiter Grossaktionär der Estag ist mit 75% das Land Steiermark (das aber nicht unter 50% gehen darf).
Mit den am Dienstag präsentierten Halbjahreszahlen verpasst der Verbund die Konsensusprognosen, Anzengruber bestätigt aber den Ausblick, wonach 2009 ein Gewinn auf Vorjahresniveau erwirtschaftet werden sollen.

Im ersten Halbjahr sank das operative Ergebnis um 5,4% auf 533,7 Mio. Euro, das Konzernergebnis reduzierte sich um 16,1% auf 359,9 Mio. Euro. Ausschlaggebend für die Abweichungen zu den Analystenschätzungen waren vor allem einmalige Sonderaufwendungen, die mit insgesamt 65 Mio. Euro auf dem operativen Ergebnis lasteten. Bereinigt hätte das EBIT in etwa die Konsensus-Schätzungen getroffen. Insofern erwarten einige Marktteilnehmer auch, dass sich die Verbund-Aktie von anfänglichen Abgaben schnell wieder erholen sollte.

Anzengruber hat eine Strompreiserhöhung für Endkunden für das laufende Jahr ausgeschlossen. "Ich glaube, dass heuer keine Veränderung auf der Tarifseite stattfinden sollte". Bei den Spotmarkt-Preisen für Strom rechnet der CEO ebenfalls mit keiner stärkeren Bewegung. "Ich glaube nicht, dass sich die Situation in diesem Jahr noch gravierend verbessern wird". (bs)

Aus dem Börse Express vom 28. Juli 2009

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