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Emissionsmaschine bei Corporate Bonds läuft auf Hochtouren
"Die Emissionstätigkeit bei Investment Grade-Unternehmen läuft auf Hochtouren. Sieht man sich nur den Juni an, so haben wir im Juni 2009 mit rund 40 Mrd. Euro das bislang grösste Emissionsvolumen seit 1999 beobachten können", schreiben die Experten des Research-Hauses CreditSights. Im Mai holten sich Investment Grade-Unternehmen 44 Mrd. Euro an frischem Fremdkapital. Bis Ende Juni beläuft sich das Emissionsvolumen in diesem Segment in Europa auf 275 Mrd. Euro. Das ist bereits um 30% mehr als im gesamten Jahr 2007 erzielt worden ist. Auch der Wert aus 2008 (334 Mrd. Euro) ist bereits zum Halbjahr in Griffweite gerückt.
Das Momentum hinter dieser Emissions-Maschine: Investoren haben im vergangenen Jahr enorme Cash-Positionen aufgebaut, diese werden jetzt zunehmend wieder investiert, da in den vergangenen Wochen viel über "Green Shots" und positive Frühindikatoren gesprochen worden ist.
"Da der Markt an Momentum gewonnen hat, ist auch die Bereitschaft der Emittenten gesunken, generöse Spreads anzubieten, um den Deal zu sichern", beobachten die Experten. Die Präferenz der Investoren liegt nach wie vor auf Emittenten mit guten Ratings und eher defensiver Ausrichtung. Vom Emissionsvolumen im laufenden Jahr entfallen daher auch rund 17% auf Unternehmen aus dem Versorger-Bereich.
Und hier kommt jetzt auch Nachschub aus Österreich: Der Verbund hat ein Bankenkonsortium bestehend aus BNP, Calyon, Morgan Stanley und RZB mit der Platzierung einer zehnjährigen Euro-Anleihe über 840 Mio. Euro beauftragt, berichtet Bloomberg unter Bezugnahme auf Bankenkreise. Emittentin ist die Verbund-Tochter Verbund International Finance BV. Der Verbund hat zuletzt im April dieses Jahres einen Bond über 500 Mio. Euro begeben.
Die neue Anleihe kommt nicht überraschend, Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber (im Bild) hat bereits angekündigt, dass er für die Refinanzierung des Akquisitions- und Investitionsprogramms weitere Bonds plant. Der Verbund könne das Gearing auf bis zu 150% ausdehnen, nach 90% zum Ende des ersten Quartals.
Der Verbund hat kürzlich den Erwerb von 13 Kraftwerken für rund 1 Mrd. Euro von der deutschen E.ON bekanntgegeben. Daraufhin haben sowohl Standard & Poors als auch Moodys den Verbund auf "Credit Watch" für ein mögliches Down-grade gestellt. Sollte es bei dieser einen grossen Akquisition bleiben, dann dürfte der Konzern das Rating stabil halten können, erwarten Credit-Analysten.
Zuletzt gab es allerdings Spekulationen, dass der Verbund die österreichischen Assets von EdF (an der Estag) und der EnBW (37%-Anteil an der EVN) übernehmen könnte. Würden diese Akquisitionsmöglichkeiten zum einen tatsächlich eintreten und zum anderen vom Verbund wahrgenommen werden, dann wäre ein Rating-Downgrade wohl unausweichlich. (bs)
Aus dem Börse Express vom 8. Juli 2009
Das Momentum hinter dieser Emissions-Maschine: Investoren haben im vergangenen Jahr enorme Cash-Positionen aufgebaut, diese werden jetzt zunehmend wieder investiert, da in den vergangenen Wochen viel über "Green Shots" und positive Frühindikatoren gesprochen worden ist.
"Da der Markt an Momentum gewonnen hat, ist auch die Bereitschaft der Emittenten gesunken, generöse Spreads anzubieten, um den Deal zu sichern", beobachten die Experten. Die Präferenz der Investoren liegt nach wie vor auf Emittenten mit guten Ratings und eher defensiver Ausrichtung. Vom Emissionsvolumen im laufenden Jahr entfallen daher auch rund 17% auf Unternehmen aus dem Versorger-Bereich.
Und hier kommt jetzt auch Nachschub aus Österreich: Der Verbund hat ein Bankenkonsortium bestehend aus BNP, Calyon, Morgan Stanley und RZB mit der Platzierung einer zehnjährigen Euro-Anleihe über 840 Mio. Euro beauftragt, berichtet Bloomberg unter Bezugnahme auf Bankenkreise. Emittentin ist die Verbund-Tochter Verbund International Finance BV. Der Verbund hat zuletzt im April dieses Jahres einen Bond über 500 Mio. Euro begeben.
Die neue Anleihe kommt nicht überraschend, Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber (im Bild) hat bereits angekündigt, dass er für die Refinanzierung des Akquisitions- und Investitionsprogramms weitere Bonds plant. Der Verbund könne das Gearing auf bis zu 150% ausdehnen, nach 90% zum Ende des ersten Quartals.
Der Verbund hat kürzlich den Erwerb von 13 Kraftwerken für rund 1 Mrd. Euro von der deutschen E.ON bekanntgegeben. Daraufhin haben sowohl Standard & Poors als auch Moodys den Verbund auf "Credit Watch" für ein mögliches Down-grade gestellt. Sollte es bei dieser einen grossen Akquisition bleiben, dann dürfte der Konzern das Rating stabil halten können, erwarten Credit-Analysten.
Zuletzt gab es allerdings Spekulationen, dass der Verbund die österreichischen Assets von EdF (an der Estag) und der EnBW (37%-Anteil an der EVN) übernehmen könnte. Würden diese Akquisitionsmöglichkeiten zum einen tatsächlich eintreten und zum anderen vom Verbund wahrgenommen werden, dann wäre ein Rating-Downgrade wohl unausweichlich. (bs)
Aus dem Börse Express vom 8. Juli 2009
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