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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX gewinnt 1,70 Prozent / Nach starken Vortageszuwächsen - Positives internationales Umfeld - AT&S-Aktie tiefer - Aktien von Lenzing und Verbund nach Zahlenvorlagen stark

Die Wiener Börse hat sich am Donnerstagnachmittag erneut sehr fest gezeigt. Der ATX steigerte sich um weitere 1,70 Prozent auf 6.629,50 Punkte, nachdem der heimische Leitindex bereits am Vortag um starke 1,9 Prozent gewonnen hatte. Auch die europäischen Leitbörsen legten erneut zu. Der DAX konnte in Frankfurt sogar ein neues Rekordhoch markieren.

Positive Vorgaben hatte die Wall Street am Vorabend geliefert. Der Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hatte den Börsen zuletzt international Auftrieb verliehen. Anleger setzen auf eine Entspannung im Nahen Osten, was die Ölpreise deutlich tiefer drückte und die Inflationssorgen linderte.

Am heimischen Aktienmarkt hat die Berichtssaison mit vorgelegten Quartalszahlen von Mayr-Melnhof, Lenzing, Verbund und AT&S merklich an Fahrt aufgenommen. Die AT&S-Aktie reagierte in einem schwachen Branchenumfeld für Techwerte mit minus 3,4 Prozent. Die Analysten der Erste Group bewerteten die Quartalszahlen eigentlich als deutlich besser als erwartet, vor allem bei den Gewinnmargen.

Der steirische Halbleiter- und Substrathersteller AT&S hat im zweiten Quartal 2026/27 mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 52 Prozent auf 681,9 Mio. Euro den höchsten Quartalsumsatz der Firmengeschichte erzielt. Das Konzernergebnis drehte nach einem Vorjahresverlust von 7,6 Mio. Euro auf plus 125,4 Mio. Euro. Dabei hat AT&S stark vom KI-Boom profitiert - und der ist noch lange nicht zu Ende, zeigte sich CEO Michael Mertin im Gespräch mit der APA überzeugt.

Lenzing-Titel steigerten sich um deutliche 6,1 Prozent. Der oberösterreichische Faserhersteller hat in den ersten neun Monaten 2026 einen Umsatzrückgang von 1,972 auf 1,926 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das EBITDA gab von 340,4 auf 316,4 Mio. Euro nach. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 130,3 Mio. Euro, nach minus 105 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Hier schrieb die Erste Group von wie erwartet ausgefallenen Ergebnissen.

Verbund-Anteilsscheine legten noch deutlicher um 6,3 Prozent zu. Die anhaltende Trockenheit und gesunkene Strompreise haben dem Energiekonzern in den ersten neun Monaten des heurigen Jahres zugesetzt. Die Umsatzerlöse sanken um 5,4 Prozent auf 5,56 Mrd. Euro, das Konzernergebnis brach um 43,5 Prozent auf 684,8 Mio. Euro ein. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde angepasst, der Gewinn soll heuer nun bei 1,01 Mrd. Euro liegen. Die vorgelegten Zahlen für das abgelaufene Jahresviertel fielen nach Einschätzung der Erste Group schwach wie erwartet aus.

Mayr-Melnhof fielen 1,5 Prozent auf 66,70 Euro. Der Verpackungskonzern hat in den ersten 3 Quartalen Einbußen beim Umsatz und vor allem beim Gewinn hinnehmen müssen. Die Umsatzerlöse sanken im Jahresvergleich um 6,9 Prozent auf 2,77 Mrd. Euro. Das bereinigte betriebliche Ergebnis brach um 38,8 Prozent auf 93,0 Mio. Euro ein. Intensiver Wettbewerb mit hohem Preisdruck und deutlich gestiegene Preise belasten die Division Board & Paper. Die Erste Group stufte die präsentierten Geschäftsergebnisse als negativ und beim bereinigten EBIT als deutlich unter den Prognosen ein.

Die Analysten von MWB Research haben ihr Kursziel für die Aktien von Mayr-Melnhof von 96,00 auf 90,00 Euro gekürzt. Die Kaufempfehlung "Buy" wurde nach der Zahlenvorlage des Kartonherstellers unverändert beibehalten.

Zudem haben die Analysten der Baader Bank ihre Anlageempfehlung für die Aktien der Erste Group von "Reduce" auf "Add" angehoben. Das 6-Monats-Kursziel setzte der zuständige Experte auf 128 Euro fest. Die Aktie der Erste Group legte um 3,3 Prozent auf 114,50 Euro zu.

ste/sto

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