ROUNDUP: Zulieferer Aumovio trotz Sparkurs weiter unter Druck - Aktie verliert
Der Autozulieferer Aumovio
Das Papier gab gegen Mittag knapp vier Prozent auf 32,45 Euro nach.
In diesem Jahr stehen damit Kursverluste von fast einem Viertel zu
Buche. Vor etwas mehr als einem Jahr hatte der ehemalige
Mutterkonzern Continental
Die Resultate seien gemischt ausgefallen, schrieb Analyst Harry Martin vom Analysehaus Bernstein. Bei Umsatz und Barmitteln habe Aumovio die Erwartungen verfehlt, beim operativen Ergebnis aber überzeugt. Zudem ziehe der Auftragseingang an. JPMorgan-Experte Jose Asumendi sprach von einem alles in allem guten Quartal.
Der Umsatz fiel um 12 Prozent auf knapp 4,0 Milliarden Euro. Die operative Marge erhöhte sich im Vorjahresvergleich leicht von 3,4 auf 3,5 Prozent. Unter dem Strich vergrößerte sich der Verlust von 19 auf 72 Millionen Euro. Unter anderem erhöhten sich sonstige Aufwendungen, und im Finanzergebnis fielen Belastungen aus der Währungsumrechnung an.
Auf Neunmonatssicht belastete die Beilegung eines Rechtsstreits mit
BMW
Aumovio-Chef Philipp von Hirschheydt bestätigte die Jahresprognose. Der Auftragseingang verdoppelte sich im Quartal auf 6,4 Milliarden Euro. Allein die neue Liefervereinbarung mit BMW nach dem teuren Vergleich brachte Orders im Umfang von 1,4 Milliarden Euro. Aber auch die Sparte mit Sensoren und Netzwerktechnik im Auto überzeugte, wie von Hirschheydt im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX sagte.
"Wir haben einen guten Stand in der gesamten Architektur eines Autos", sagte er. "Wir sind da gut aufgestellt und in vielen Bereichen Weltmarktführer." So biete Aumovio den Herstellern auch Produkte an, mit denen sie Autos schneller entwickeln könnten.
Den Unternehmensbereich User Experience (UX) - vor allem Displays für den Auto-Innenraum - will von Hirschheydt nach einer Überprüfung im Konzern behalten. Technologisch habe man den Bereich komplett umgekrempelt, bei Head-up-Displays in der Windschutzscheibe sei Aumovio Innovator und Weltmarktführer, sagte er. Das Geschäft sei jetzt bei den Investitionen voll durchfinanziert und die Produktion in sogenannte "Best-Cost-Countries" verlagert - sprich in Billiglohnländer.
Die Sparte dürfte in den kommenden Jahren daher viel zum Cashflow beitragen, sagte von Hirschheydt. Die Frage bei den aufkommenden autonom fahrenden Autos sei auch: "Was machen die Leute dann eigentlich im Auto, wenn sie da drinnen sitzen?" Dafür sei das Geschäft mit Displays gut gerüstet.
Generell sieht der Manager Aumovio auch in der Krise der Branche gut aufgestellt: "Wenn der Markt wächst, dann geht der Spaß los. Ich glaube allerdings nicht, dass es 2027 damit was wird".
Vor einem Monat hatte Ex-Finanzchefin Jutta Dönges das Unternehmen verlassen. Von Hirschheydt hat innerhalb des Vorstands die Verantwortung für das Ressort, interimistisch leitet Aufsichtsratsmitglied Claus Bauer die Abteilung. Er war lange Jahre Finanzchef beim Autozulieferer Schaeffler. Große Eile habe man wegen der Erfahrung Bauers bei der Neubesetzung der Stelle im Management nicht, sagte von Hirschheydt. Innerhalb des kommenden Jahres solle aber eine Nachfolge gefunden sein./men/zb/stk
ISIN DE0005190003 DE0005439004 DE000AUM0V10
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Relevante Links: BMW AG, Continental AG, Aumovio SE