Devisen: Euro erholt sich weiter nach US-Zwischenwahlen
Der Euro
Die Entwicklung der Devisenkurse zeige, dass der Markt vom Wahlergebnis in den USA überrascht worden sei, sagte Devisenexperte Volkmar Baur von der Commerzbank. Er rechnet kurzfristig mit weiteren Kursverlusten beim Dollar.
In einer deutlichen Abrechnung mit der Politik von Präsident Donald Trump übertrugen die US-Wähler den Demokraten die volle Kontrolle über den Kongress. Trumps Republikaner haben ihre Mehrheit nicht nur im Abgeordnetenhaus, sondern auch im Senat verloren - was noch vor wenigen Monaten als kaum wahrscheinlich galt.
Dies könnte hohe Investitionen in die Künstliche Intelligenz (KI) und den Bau von Rechenzentren ausbremsen, sagte Experte Baur. Der KI-Boom gilt als ein wesentlicher Treiber der US-Wirtschaft in den vergangenen Monaten, was auch den Dollar stützte. "Längerfristig dürfte es wirtschaftlich gesehen entscheidend werden, was die niedrigeren Investitionen für das Wachstum in den USA bedeuten", sagte Baur.
Zudem wurde der Euro durch Inflationsdaten aus der Eurozone gestützt. Im Oktober ist die Teuerung wie schon erwartet auf 4,0 Prozent gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit über drei Jahren. Die Inflation stieg damit weiter über das Ziel der EZB von mittelfristig zwei Prozent und setzt die Notenbank unter Druck, die Zinsen zu erhöhen./jsl/gl/he
ISIN EU0009652759
AXC0374 2026-11-04/21:24