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ROUNDUP/Inflationrate der Eurozone steigt auf 4,0 Prozent

Getrieben von hohen Energiepreisen ist die Inflation in der Eurozone im Oktober auf den höchsten Stand seit über drei Jahren gestiegen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise um 4,0 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Dies ist die höchste Inflationsrate seit September 2023. Volkswirte hatten den Anstieg der Rate so erwartet.

Im September hatte die Inflationsrate bei 3,8 Prozent und im August bei 3,2 Prozent gelegen. Die Teuerung steigt damit immer stärker über das von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebte Ziel von mittelfristig zwei Prozent, bei dem die EZB die Preisstabilität als gewährleistet ansieht.

Starker Preistreiber war Energie. Im Oktober hat sich der Anstieg der Energiepreise erneut beschleunigt. Sie legten um 20,8 Prozent im Jahresvergleich zu. Hintergrund sind die Folgen des Kriegs zwischen dem Iran und den USA mit einer Behinderung von Öltransporten aus den Fördergebieten am Persischen Golf. Der weitere Fortgang des Konfliktes ist trotz diplomatischer Bemühungen offen. Eine weitere Eskalation wird nicht ausgeschlossen.

Die Kernrate der Inflation, bei der besonders schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, lag unverändert bei 2,5 Prozent. "Die EZB muss in Anbetracht der unveränderten Kernteuerungsrate nicht in Hektik verfallen", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Eine Zinsanhebung im Dezember um 25 Basispunkte ist derweil mit der hohen Oktober-Teuerungsrate gesetzt."

Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer erwartet auch einen Anstieg der Kernrate: "Angesichts der teureren Energie dürften die Unternehmen in den kommenden Monaten mehr und mehr auch die Preise anderer Waren und Dienstleistungen anheben." Die Kernrate sieht er Mitte des nächsten Jahres bei über drei Prozent. "Das würde über den Erwartungen der EZB liegen und somit das Risiko einer weiteren Zinserhöhung im kommenden Jahr erhöhen."

Auch an den Finanzmärkten ist eine Zinserhöhung zumindest für den Dezember fest eingepreist. Zuletzt hatte Bundesbankpräsident Joachim Nagel, der auch Mitglied des EZB-Rates ist, gesagt, dass eine Zinserhöhung im Dezember "sehr wahrscheinlich notwendig" sei. Aus heutiger Sicht dürfte kaum ein Weg an einer Zinserhöhung vorbeiführen, wenn sich der Inflationsausblick nicht deutlich verbessere, sagte Nagel am Dienstagabend auf einer Veranstaltung in Berlin. Am vergangenen Donnerstag hatte die EZB ihren Leitzins noch bestätigt.

Getrieben wurde die Inflation durch die Preisentwicklungen in Italien und Frankreich. Die italienische Inflationsrate stieg von 4,2 Prozent im Vormonat auf 5,6 Prozent. In Frankreich stieg seit von 3,4 Prozent auf 3,8 Prozent. In Deutschland war die Inflationsrate laut dem europäischen Verbraucherpreisindex (HVPI) im Oktober hingegen auf 2,8 Prozent gefallen. In Spanien sank sie ebenfalls leicht und liegt jetzt bei 4,9 Prozent./jsl/jkr/stk

AXC0223 2026-11-04/12:14

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