ROUNDUP 2: Teamviewer kappt Umsatzprognose - Aktie rutscht stark ab
(neu: Kurs aktualisiert, Details und weitere Experteneinschätzung)
GÖPPINGEN (dpa-AFX) - Der Fernwartungssoftware-Anbieter Teamviewer
Das Papier verlor am Nachmittag rund 27 Prozent auf 5,26 Euro. Damit sind die bislang in diesem Jahr eingefahrenen Kursgewinne wieder mehr als zunichte: Nun ist bei dem Papier ein Minus von 13 Prozent aufgelaufen. In den vergangenen Jahren war der Kurs von seinem Zwischenhoch bei 17,75 Euro im Sommer 2023 zuvor deutlich abgefallen. Bei 4,09 Euro erreichte er in diesem April ein Rekordtief.
Analyst Harald Hof vom MWB Research sprach von enttäuschenden Resultaten. Eine Erholung beim Wachstum werde zunehmend unsicherer. Der Experte zweifelt an einer Kehrtwende. Vereinzelte positive Aspekte spiegelten vielmehr schwache Vergleichszahlen wider. Eine sich verstärkende Konkurrenz durch KI mache es Teamviewer schwer, beim Kunden den Unterschied zu machen und das Kernprodukt zu verkaufen. Hof senkte seine Empfehlung auf "Hold" und reduzierte sein Kursziel von 8,90 Euro auf 7 Euro.
Armin Kremser von der DZ Bank schrieb, zwar liege das Wachstum bei den Großkunden im ordentlichen Bereich. Allerdings bleibe auch ein Beigeschmack wegen Kundenabwanderungen in dem Bereich. Das dürfte auf der Stimmung rund um die Aktie lasten, fügte er an.
Im dritten Quartal sank der Umsatz um 3,9 Prozent auf 184,5 Millionen Euro. Währungsbereinigt war das ein Minus von 2,2 Prozent. Bei der um Sondereffekte bereinigten Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwartet Teamviewer-Chef Oliver Steil 2026 nach wie vor rund 43 Prozent. Sie lag im abgelaufenen Jahresviertel bei 42,8 Prozent, fast drei Prozentpunkte niedriger als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich stieg der Gewinn um ein gutes Viertel auf 36 Millionen Euro.
Die Aussichten für das vierte - und damit das in der Softwarebranche traditionell wichtigste - Quartal seien gedämpft, hieß es von Teamviewer. Dafür seien Verzögerungen bei den Abschlüssen großer Geschäfte in der Enterprise-Sparte verantwortlich, aber auch erneute wirtschaftliche Unsicherheiten in Europa. So gingen auch die auf ein Jahr typischerweise zu erwartenden Erlöse (ARR - annual recurring revenue) im dritten Quartal um 2,6 Prozent zurück, währungsbereinigt war es noch ein Minus von 0,6 Prozent.
Der Konzern habe für das vierte Quartal einige größere Geschäfte in der Pipeline gehabt, "die wir jetzt so nicht kommen sehen", sagte Teamviewer-Chef Oliver Steil in einer Videokonferenz mit Journalisten. Darunter seien auch angepeilte Verträge mit öffentlichen Kunden in den USA. Neue Vertragsabschlüsse insgesamt seien gut, "aber ehrlicherweise nicht gut genug". Insbesondere in Europa sei der Ausblick für das Quartal verhalten, die Kunden seien dort schon zurückhaltend.
Über das vierte Quartal hinaus sieht Steil aber weiter gute Chancen. Die Prognosesenkung ändere nichts an der Strategie. Die Geschäfte mit den Großkundenprodukten Teamviewer One und Dex liefen gut, ebenso wie die Nutzung von KI. Das schwächelnde Geschäft mit kleineren und mittleren Kunden (SMB) stabilisiere sich weiter, die Rückgänge dort würden kleiner. Das habe sich auch im Oktober so fortgesetzt.
So setzt der Manager im kommenden Jahr auf eine Beschleunigung des Wachstums beim Vertragsbestand (ARR), der Aufschluss über die erwarteten künftigen Erlöse der kommenden zwölf Monate gibt. Dazu sollen die bessere Auslastung der Vertriebsorganisation in Europa beitragen und bessere Geschäfte mit Großkunden in den USA./men/mne/mis/he
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AXC0258 2026-11-03/15:18
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