Wadephul: Tech-Diplomatie gegen geoökonomische Unsicherheit
Außenminister Johann Wadephul fordert stärkere diplomatische Anstrengungen, um den wachsenden geoökonomischen Unsicherheiten zu begegnen. Die politische Instrumentalisierung wirtschaftlicher Abhängigkeiten sei "keine Ausnahme mehr, sondern eine zunehmend schmerzhafte Realität", warnte der CDU-Politiker bei einer Konferenz zum Thema "Geoökonomie in unsicheren Zeiten" in Zusammenarbeit mit dem Kiel Institut für Weltwirtschaft im Auswärtigen Amt in Berlin. Deswegen sei ein neuer, aber entscheidender Bestandteil deutscher Wirtschaftsdiplomatie die sogenannte "Tech-Politik".
Handel schaffe Chancen, könne aber auch Abhängigkeiten erzeugen, die zu Machtinstrumenten würden, sagte Wadephul. Regeln, die allen zugutekommen sollten, würden von Akteuren untergraben, die ihre eigenen Interessen an erste Stelle setzten, ergänzte er, ohne etwa die USA oder China zu nennen, die wirtschaftspolitische Abhängigkeiten auch als Machtinstrumente nutzen.
Wadephul: Wachstum untrennbar mit Diplomatie verbunden
Bei "Tech-Diplomatie" gehe es darum, strategische Partnerschaften zu schmieden, Handelsabkommen auszuhandeln, den Zugang zu kritischen Ressourcen zu sichern und dabei konkurrierende Interessen in Einklang zu bringen, sagte Wadephul.
In einer global vernetzten Welt sei Wirtschaftswachstum untrennbar mit Diplomatie verbunden - Sicherheit, Freiheit und Wohlstand seien eng miteinander verknüpft. Beispiel dafür sei der unermüdliche europäische Einsatz, die Ukraine militärisch und wirtschaftlich zu unterstützen und gleichzeitig die Einnahmen Russlands zu verringern, mit denen das Land seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg finanziere.
Wadephul legt bei Auslandsreisen oft einen starken Schwerpunkt auf die Wirtschafts-Außenpolitik und lässt sich von Wirtschaftsdelegationen begleiten./bk/DP/mis
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