ROUNDUP/Aktien New York: Erholung vor nachbörslichen Apple-Zahlen und den Wahlen
Die New Yorker Börsen haben sich am Montag von
ihren teils herben Freitagsverlusten erholt. Vor den nachbörslich
anstehenden Apple -Geschäftszahlen und den
Zwischenwahlen für das US-Parlament am Dienstag überwog bei den
Anlegern der Optimismus.
Der Nasdaq 100 schaffte in der ersten Handelsstunde
ein Plus von 1,04 Prozent auf 28.680 Punkte. Vor dem Wochenende war
der technologielastige Auswahlindex mit negativen Geschäftsaussagen
des Internetriesen Amazon und des
Halbleiterherstellers Intel um rund dreieinhalb
Prozent eingebrochen.
Der Leitindex Dow Jones Industrial , der gut ein
Prozent abgegeben hatte, machte am Montag mit einem Anstieg um 1,14
Prozent auf 52.358 Punkte diesen Verlust praktisch wieder wett. Für
den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,93 Prozent auf
7.651 Punkte bergauf.
"Die Anleger scheinen bereit, nach den jüngsten Rückschlägen wieder
selektiv Risiken einzugehen", kommentierte Analyst Andreas Lipkow
von CMC Markets die Entwicklung an den US-Börsen. "Ob daraus eine
breitere Erholung entsteht, hängt allerdings maßgeblich von den
nächsten Unternehmenszahlen ab. Nach den jüngsten Enttäuschungen bei
mehreren US-Technologiekonzernen dürfte insbesondere der Ausblick
(von Apple) auf das wichtige Jahresendgeschäft genau unter die Lupe
genommen werden."
Dem US-Halbleiterkonzern Marvell Technology brockte
der nun bestätigte Ausbau des KI-Infrastrukturgeschäfts mit der
Übernahme von Lumentum einen weiteren Kursrutsch von
5,3 Prozent ein. Dabei wird für den Laserspezialisten ein
Unternehmenswert inklusive Schulden von rund 115 Milliarden
US-Dollar angesetzt. Der Kauf soll komplett mit Marvell-Aktien
bezahlt werden. Die Lumentum-Aktien büßten am Nasdaq-100-Ende
weitere 10 Prozent ein. Bereits in der Vorwoche waren entsprechende
Spekulationen aufgekommen.
Dass Oracle laut einer Mitteilung an die
US-Börsenaufsichtsbehörde SEC für rund 10 Milliarden US-Dollar neue
Aktien ausgeben will, ließ die Titel um 5,2 Prozent sinken. Zudem
begab Oracle Anleihen für 10 Milliarden Dollar. Der Softwarekonzern
hatte vergangene Woche angekündigt, sich bis Mitte 2030 nur noch 20
Milliarden Dollar am Finanzmarkt zur Wachstumsfinanzierung
beschaffen zu wollen.
Die A-Aktien von Alphabet erholten sich etwas mit
plus 2 Prozent. Der Google -Mutterkonzern startet
Kreisen zufolge eine zweite Euro-Anleiheemission im laufenden Jahr
und will damit die Investorennachfrage testen. Die Emission folgt
auf die Quartalszahlen von Alphabet, die die Besorgnis über das
Ausmaß der KI-Investitionen verstärkt und allein vergangenen
Donnerstag fast 500 Milliarden US-Dollar an Börsenwert vernichtet
hatten.
Die Anteilscheine von Inovio Pharmaceuticals schossen
um 190 Prozent nach oben. Das Biotech-Unternehmen erhielt von der
US-Gesundheitsbehörde FDA eine beschleunigte Zulassung für Voceryq,
eine Immuntherapie zur Behandlung von Erwachsenen mit der
Atemwegserkrankung rezidivierende respiratorische Papillomatose.
Die Papiere von Estée Lauder verloren 1,4 Prozent,
obwohl der Kosmetikkonzern unerwartet gute Quartalszahlen vorgelegt
und die Jahresziele erhöht hatte. Die Aktien waren zuletzt
allerdings gut gelaufen. Die Geschäftsaussagen seien ein weiteres
Zeichen dafür, dass die Sanierungsbemühungen des Unternehmens bei
den Verbrauchern Anklang fänden, hieß es aus dem Markt.
Die Titel von Check Point Software fielen um 5,9
Prozent. Das Unternehmen hatte für das dritte Quartal einen Umsatz
unter der durchschnittlichen Analystenschätzung gemeldet./gl/he