Aktien New York Ausblick: Erholungsversuch vor US-Zwischenwahlen
Nach den herben Verlusten vom Freitag und vor
den am Dienstag anstehenden Zwischenwahlen in den USA dürften die
US-Börsen am Montag einen Erholungsversuch starten. Im Anlegerfokus
dürften weiterhin die von KI-Sorgen umrankten Technologiewerte
stehen. Nach US-Börsenschluss stehen die viel beachteten
Quartalszahlen des iPhone-Konzerns Apple auf der
Agenda.
Rund eine Stunde vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Nasdaq
100 0,6 Prozent höher bei 28.564 Punkten. Am Freitag
war der technologielastige Index nach negativen Geschäftsaussagen
des Internetriesen Amazon und des
Halbleiterherstellers Intel um rund dreieinhalb
Prozent eingebrochen. Den Dow Jones Industrial
erwartet IG am Montag 0,5 Prozent im Plus bei 52.012 Zählern. Der
Standardwerte-Leitindex hatte am Freitag mehr als ein Prozent
eingebüßt.
"Die jüngste Berichtssaison hat gezeigt, wie empfindlich die
Investoren inzwischen auf hohe KI-Investitionen und enttäuschende
Geschäftsausblicke reagieren", bemerkte Analyst Andreas Lipkow von
CMC Markets. Die Investoren hätten die KI-Fantasie keineswegs
aufgegeben, erwarteten jedoch zunehmend "handfeste Belege dafür,
dass sich die milliardenschweren Investitionen auch wirtschaftlich
auszahlen", so Lipkow.
Der US-Halbleiterkonzern Marvell Technology baut das
KI-Infrastrukturgeschäft mit der Übernahme von Lumentum
aus. Dabei wird für den Laserspezialisten ein
Unternehmenswert inklusive Schulden von rund 115 Milliarden
US-Dollar angesetzt. Der Kauf soll komplett mit Marvell-Aktien
bezahlt werden. Die Lumentum-Aktie verlor im vorbörslichen Handel
5,9 Prozent. Der Marvell-Aktienkurs sank um 2,0 Prozent. Bereits in
der Vorwoche waren entsprechende Übernahmespekulationen aufgekommen.
Oracle will neue Aktien im Volumen von rund 10
Milliarden US-Dollar ausgeben. Das geht aus einer Mitteilung an die
US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hervor. Zudem begab das Unternehmen
laut Kreisen Anleihen für 10 Milliarden Dollar. Der Softwarekonzern
hatte vergangene Woche angekündigt, sich bis Mitte 2030 nur noch 20
Milliarden Dollar am Finanzmarkt zur Wachstumsfinanzierung
beschaffen zu wollen. Die Oracle-Titel büßten vorbörslich 3,0
Prozent ein.
Die A-Aktien von Alphabet stiegen im vorbörslichen
Handel um 1,1 Prozent. Der Google -Mutterkonzern
startet Kreisen zufolge eine zweite Euro-Anleiheemission im
laufenden Jahr und wolle damit die Investorennachfrage testen. Die
Emission folgt auf die Quartalszahlen von Alphabet, die die
Besorgnis über das Ausmaß der KI-Investitionen verstärkt und allein
vergangenen Donnerstag fast 500 Milliarden US-Dollar an Börsenwert
vernichtet hatten.
Die Anteilsscheine von Inovio Pharmaceuticals
sprangen vorbörslich um 240 Prozent nach oben. Das
Biotech-Unternehmen erhielt von der US-Gesundheitsbehörde FDA eine
beschleunigte Zulassung für Voceryq, eine Immuntherapie zur
Behandlung von Erwachsenen mit der Atemwegserkrankung rezidivierende
respiratorische Papillomatose.
Die Papiere von Estée Lauder legten vorbörslich um
2,5 Prozent zu, nachdem der Kosmetikkonzern unerwartet gute
Quartalszahlen vorgelegt und die jahresziele erhöht hatte. Dies sei
ein weiteres Zeichen dafür, dass die Sanierungsbemühungen des
Unternehmens bei den Verbrauchern Anklang fänden, hieß es aus dem
Markt.
Die Titel von Check Point Software fielen vorbörslich
um 6,1 Prozent. Das Unternehmen hatte für das dritte Quartal einen
Umsatz unter der durchschnittlichen Analystenschätzung
gemeldet./edh/men