Erwerbsarbeit vor dem Aus? Digitalminister Wildberger zweifelt an Musk-Szenario
Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) hält eine Zukunft ohne Erwerbsarbeit, wie von Tech-Milliardär Elon Musk vorhergesagt, weder für unausweichlich noch für erstrebenswert. Wildberger sagte der Deutschen Presse-Agentur am Rande des Digitalgipfels der Bundesregierung in Berlin, es gebe kein Naturgesetz, dass das so passiere, weil der Mensch in der Lage sei, diesen Prozess zu gestalten. "Das heißt, wenn Elon Musk das so sagt, kann man sich auch die Frage stellen: Ist das die Welt, die er haben möchte? Ich möchte diese Welt nicht haben."
Eine Welt ohne Geld?
Musk hatte im Sommer in einem "Economist"-Interview gesagt, Künstliche Intelligenz werde in der Lage sein, jeden Job besser zu erledigen als ein Mensch. Arbeit werde dadurch "optional". Der reichste Mann der Welt kann sich sogar vorstellen, dass Geld in einer durch KI und Roboter geprägten hochproduktiven Überflussgesellschaft irgendwann keine Rolle mehr spielt.
Wildberger sagte: "In einer Welt, wo alles im Überfluss da ist und ich muss mich um gar nichts mehr kümmern und sorgen, ich weiß nicht, ob diese Welt so lebenswert ist." Er stimmte auf Nachfrage zu, dass das eine Welt wäre, in der Menschen nur noch auf Sinnsuche wären.
Digitalgipfel in Berlin mit Experten und Regierungsvertretern
Bei einem zweitägigen Treffen auf Einladung der Bundesregierung beraten zum Wochenbeginn in Berlin Regierungsvertreter, Experten und Tech-Unternehmer aus verschiedenen Ländern über Chancen, Risiken und Auswirkungen von KI. Die Zukunft der Arbeitswelt ist eines der Themen, um die es geht.
Die Arbeitswelt werde sich ganz sicher verändern, sagte Wildberger. Es werde neue Jobs geben und solche, die unter Druck kämen. Jedoch werde das menschliche Urteilsvermögen eine größere Bedeutung bekommen. Er rief Unternehmen dazu auf, nicht auf die Einstellung junger Leute zu verzichten. Junge Leute müssten lernen und Fertigkeiten entwickeln./jr/DP/men
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