WOCHENAUSBLICK: Weiterer Dax-Anstieg hängt an US-Zwischenwahlen und -Jobdaten
In der neuen Woche dürften insbesondere die
US-Zwischenwahlen (Midterms) die jüngste Erholung des Dax
Zunächst jedoch dürften sich die Anleger mit der US-Politik beschäftigen. Die Amerikaner entscheiden am Dienstag, wer künftig Präsident Donald Trump kontrolliert und über Gesetze sowie Staatsausgaben mitbestimmt. Gewählt werden alle Mitglieder des Repräsentantenhauses und rund ein Drittel der Senatoren. Zusammen bilden beide Kammern den Kongress.
Aktuell haben die Republikaner in beiden Kammern die Mehrheit. Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet, dass die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückerobern. Im Senat könnten sie zukünftig ebenfalls die Richtung bestimmen, auch wenn das Rennen dort wohl deutlich knapper ausfallen dürfte. Wegen der Zeitverschiebung und der für die Auszählung der Stimmen benötigten Zeit werden erste Ergebnisse erst am Mittwochmorgen erwartet.
"Für die Börsen werden der Ausgang der Midterms und die Frage, wie Donald Trump darauf reagiert, entscheidend", sagte Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Nachdem Trumps Republikaner mindestens die Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren dürften, könnte der Präsident dem Experten zufolge als erste "Lame Duck"-Reaktion das Wahlergebnis infrage stellen beziehungsweise nicht akzeptieren, verstärkt auf Verordnungen zum Regieren setzen oder auch schnell handeln, beispielsweise mit neuen Angriffen auf den Iran.
Ähnliches befürchtet auch Aktienanalyst Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg: "Ein erneuter US-Militärschlag nach den Midterms würde im wahrsten Sinne des Wortes weiteres Öl ins Feuer gießen." Entsprechende Befürchtungen haben die Ölpreise bereits zuletzt angetrieben.
Positiv allerdings schlägt laut Streich zu Buche, dass die Anleiherenditen jüngst wieder etwas von ihren hohen Niveaus zurückgekommen seien. Dies gelte auch für die stark nach oben gesprungenen Renditedifferenzen der Staatsanleihen mehrerer europäischer Länder, vor allem Frankreichs, zu deutschen Bundesanleihen.
Anleger französischer Staatsanleihen hatten zuletzt wegen der eskalierenden Haushaltskrise sowie den damit verbundenen, massiven sozialen Unruhen eine höhere Risikoprämie verlangt. Zuletzt jedoch sorgte an den Märkten für Beruhigung, dass die Ratingagentur Moody's nicht wie befürchtet die Kreditwürdigkeit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone herabgestuft hatte.
Mit Blick auf Konjunkturdaten stehen bereits am Montag insbesondere Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe in China und den Vereinigten Staaten im Fokus. Am Freitag nehmen die Anleger die Daten zum US-Jobmarkt unter die Lupe. Die Arbeitslosenquote werde weiterhin niedrig bleiben und die Löhne dürften auf Vorjahressicht unterhalb der Inflationsrate wachsen, schrieb Analyst Samuel Will von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Die Reallöhne aber sollten im kommenden Jahr dank nachlassender Inflation wieder zulegen.
Für die Börse sind die Jobdaten wichtig, da sie von der US-Notenbank stark beachtet werden. Denn die Fed soll sowohl für stabile Preise als auch für Vollbeschäftigung sorgen. Dabei gilt zu beachten, dass ein starker Arbeitsmarkt zwar die US-Wirtschaft als ganzes antreibt, aber über den Lohndruck auch für eine zu hohe Teuerung sorgen kann.
Hierzulande beschäftigt die Anleger ab Dienstag auch intensiv die
Berichtssaison. An diesem Tag legen unter anderem der Pharma- und
Agrarchemiekonzern Bayer
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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