Aktien New York Ausblick: Amazon und Intel vermiesen Anlegern die Laune
Der US-Technologiebörse Nasdaq droht am Freitag
ein weiterer herber Kursrückgang. Wie schon am Vortag belasteten
negativ aufgenommene Geschäftsaussagen die Stimmung - diesmal vom
Onlinehandels- und Technologieriesen Amazon sowie vom
Halbleiterhersteller Intel .
Rund anderthalb Stunden vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den
Nasdaq 100 2,6 Prozent tiefer auf 28.639 Punkte.
Damit würde der Index seine Talfahrt beschleunigen und auf den
tiefsten Stand seit Anfang August abrutschen. Für die Woche und den
zu Ende gehenden Oktober zeichnen sich Verluste von 1,1
beziehungsweise 5,8 Prozent ab.
Ein komplett anderes Bild zeigt der von traditionellen Branchen
dominierte Leitindex Dow Jones Industrial : Ihn
erwartet IG kaum bewegt bei 52.363 Punkten, womit er einen Wochen-
und Monatsgewinn von 0,3 beziehungsweise 2,9 Prozent ansteuert.
Nach dem gestrigen Kursrutsch von Google-Mutter Alphabet
dürfte am Freitag mit Amazon der nächste
Technologieriese den Sorgen am Markt wegen immenser Investitionen in
Künstliche Intelligenz (KI) Tribut zollen: Vorbörslich sackten die
Aktien um 6,8 Prozent ab. Amazon beschleunigte im vergangenen
Quartal zwar sein Umsatzwachstum in der Cloud-Sparte AWS. Einige
Analysten hatten hier aber noch mehr erwartet. Auch die Aussichten
für den Onlinehandel im wichtigen Weihnachtsgeschäft stellten nicht
alle zufrieden.
Bei Intel muüssen die Anleger sogar einen Kurseinbruch um gut ein
Viertel verkraften. Der Chipkonzern sorgte mit seiner Prognose für
das Schlussquartal für eine herbe Enttäuschung. Das Umsatzziel
bleibe selbst hinter den pessimistischsten Schätzungen zurück,
merkte UBS-Analyst Timothy Arcuri an. Intel leidet darunter, dass
wegen des explosiven Anstiegs der Speicherpreise weniger PCs
verkauft werden. Hinzu kommen Lieferketten-Probleme bei Chips für
Rechenzentren, bei denen es eine hohe Nachfrage gibt.
Der Halbleiter- und Speichermedienhersteller Sandisk
konnte trotz eines insgesamt starken Zwischenberichts und
überraschend hoher Ziele für das laufende Quartal der
Branchenstimmung nicht trotzen: Die Anteile büßten vorbörslich gut 9
Prozent ein.
Mit dem Elektroautobauer Rivian gab es aber auch
positive Nachrichten aus der Technologiebranche. Dank einer
überraschend guten Umsatzentwicklung und der nach oben hin
eingeengten Absatzprognose legten die seit Jahresbeginn gebeutelten
Anteilsscheine um rund 6 Prozent zu. Die US-Bank Jefferies reagierte
mit einer Kaufempfehlung auf die Geschäftsaussagen.
Auch der Ölriese Chevron konnte mit übertroffenen
Erwartungen punkten, wie das Kursplus von 1,7 Prozent belegte. Er
profitierte im dritten Quartal von den kräftig gestiegenen Preisen
für Rohöl und deutlich höheren Raffineriemargen. Konkurrent
ExxonMobil verzeichnete nach der
Zahlenveröffentlichung einen Kursanstieg von 2 Prozent./gl/mis