US-Ölkonzern Chevron verdient deutlich mehr als erwartet - Aktie legt zu
Kräftig gestiegene Preise für Rohöl und deutlich
höhere Raffineriemargen haben dem US-Ölkonzern Chevron
deutlich mehr Gewinn in die Kassen gespült. Das
Unternehmen konnte den auf die Aktionäre anfallenden Gewinn im
dritten Quartal mit gut 9,9 Milliarden US-Dollar (8,84 Mrd Euro) im
Jahresvergleich fast verdreifachen, wie es am Freitag in Houston
mitteilte. Der bei Analysten im Fokus stehende bereinigte Gewinn je
Aktie stieg von 1,85 auf 5,28 Dollar. Die Texaner übertrafen damit
die Erwartungen. Die Chevron-Aktie legte vorbörslich um rund 1,5
Prozent zu.
In den Vereinigten Staaten habe die Förderung im dritten Quartal zum
fünften Mal in Folge bei über zwei Millionen Barrel Öläquivalent pro
Tag gelegen, berichtete Unternehmenschef Mike Wirth. Zudem habe das
Unternehmen Rekorde bei der verarbeiteten Rohölmenge sowie bei der
Produktion im östlichen Mittelmeer und in Australien erzielt.
Auch der US-Konkurrent Exxonmobil verdiente im
Quartal dank der stark gestiegenen Benzin- und Dieselpreise deutlich
mehr. Der Gewinn in den drei Monaten bis Ende September betrug 15,4
Milliarden Dollar, wie Exxonmobil ebenfalls am Freitag mitteilte. Im
Vorjahreszeitraum hatte der Konzern einen Überschuss von knapp 7,6
Milliarden Dollar ausgewiesen.
Chevron und Exxonmobil reihen sich neben Shell
, BP und Totalenergies
in die Liste der Konzerne ein, die ihre Gewinne deutlich steigern
konnten. Die Ölgiganten erzielen von der Rohölförderung über die
Raffination bis hin zum Handel höhere Margen. Da der Schiffsverkehr
durch die Straße von Hormus seit dem Ausbruch des Krieges zwischen
den USA und dem Iran Ende Februar stark eingeschränkt ist, sind die
Preise für Alternativen zu Rohöl aus dem Persischen Golf in die Höhe
geschossen. Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien
verschärfen die Engpässe zusätzlich./mne/stw/mis