ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax über 26.000 Punkte - EZB-Leitzins stabil
Der Dax hat seinen jüngsten
Erholungskurs am Donnerstag beschleunigt fortgesetzt. Die
Europäische Zentralbank (EZB) ließ die Leitzinsen im Euroraum trotz
erhöhter Inflation erwartungsgemäß unverändert. "Die Zinspause ist
richtig", schrieb Michael Heise, Chefökonom des Vermögensverwalters
HQ Trust. Die EZB könne sich die Zeit nehmen, um die
Inflationsentwicklung bis zur kommenden Sitzung abzuwarten und zu
bewerten. Bereits am Vorabend hatte die US-Notenbank Fed die
Leitzinsen stabil gehalten.
Der deutsche Leitindex stieg über die Marke von 26.000 Punkten und
erreichte das Niveau von Anfang September. Am Ende stand ein Plus
von 1,31 Prozent auf 26.039,68 Zähler zu Buche. Der MDax
der mittelgroßen Unternehmen gewann 1,23 Prozent auf
30.798,65 Zähler.
Am Vormittag hatte die Europäische Zentralbank bekanntgegeben, dass
Christine Lagarde am 7. Februar 2027 vorzeitig als Präsidentin
abtritt. Dies ermöglicht es dem scheidenden französischen
Präsidenten Emmanuel Macron, noch vor der Wahl in Frankreich im
April 2027 die Neubesetzung eines der wichtigsten Spitzenposten in
Europa zu klären. Hintergrund sind Sorgen, dass eurokritische
Rechtspopulisten um Marine Le Pen die Wahlen in der zweitgrößten
Euro-Volkswirtschaft gewinnen könnten, was die Neubesetzung der
EZB-Spitze erschweren könnte.
Licht und Schatten zeigten die Quartalsbilanzen der Tech-Giganten
Microsoft und Alphabet . Microsoft
überzeugte, während die Google-Muttergesellschaft enttäuschte. Auch
hierzulande ging die Berichtssaison der Unternehmen mit voller Fahrt
weiter.
Die Anteilscheine von Adidas stiegen an der
Dax-Spitze um 5,8 Prozent. Der Sportartikelhersteller erwartet nach
einer zuletzt schwächeren Entwicklung in Europa eine Rückkehr zu
Wachstum im vierten Quartal.
Eine milliardenschwere Porsche-Abschreibung , schwache
Geschäfte in China und Kosten für den Konzernumbau hatten Volkswagen
(VW) im dritten Quartal tief in die roten Zahlen
gedrückt. Die VW-Vorzugsaktien stiegen dennoch um 1,7 Prozent.
Analyst Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan hob die weiter hohe
Liquidität des Autobauers positiv hervor.
Der Wohnimmobilienkonzern Vonovia erwartet, dass der
bereinigte operative Gewinn im laufenden Jahr in der unteren Hälfte
der anvisierten Spanne liegen wird. Bei Anlegern kam das nicht gut
an. Die seit Monaten unter Druck stehenden Papiere verloren als
Dax-Schlusslicht drei Prozent.
Am MDax-Ende sackten die Titel von Knorr-Bremse um
fast sieben Prozent ab. Auftragseingang, Umsatz und operatives
Ergebnis des Bremsenherstellers hätten die Markterwartungen nicht
erreicht, schrieb JPMorgan-Experte Akash Gupta. Salzgitter
hatte nach den ersten neun Monaten sein Ergebnisziel
für das Gesamtjahr erneut angehoben. Die Titel des Stahlherstellers
zogen als MDax-Spitzenreiter um gut elf Prozent an.
Heidelberger Druck hatte nach einem enttäuschenden
ersten Halbjahr seinen Ergebnisausblick für das Geschäftsjahr
gekappt. Die Anteilscheine des Druckmaschinenherstellers knickten um
11 Prozent ein und waren damit das Schlusslicht im Nebenwerteindex
SDax . An der Index-Spitze zogen die Aktien von Basler
um gut 13 Prozent an. Das Management des
Bildverarbeitungsspezialisten hatte seinen Jahresausblick erneut
angehoben.
Der EuroStoxx 50 stieg um 0,64 Prozent auf 6.207,07
Punkte. Der Londoner FTSE 100 legte etwas und der
Züricher SMI stark zu. Der US-Leitindex Dow Jones
Industrial gab zum europäischen Börsenschluss leicht
nach./la/he