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Wiener Börse - ATX nach EZB-Entscheid moderat fester / EZB hält Zinsen wie erwartet stabil - OMV und Andritz nach Zahlen höher

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Die Wiener Börse hat am Donnerstag mit moderaten Zuwächsen an die positiven Vortage angeknüpft. Kaum Impulse brachte die erwartungsgemäße Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), ihren Zinskorridor unverändert zu lassen. Unterstützung lieferten tendenziell leichte Rückgänge der Öl- und Gaspreise sowie eine positive Reaktion der OMV-Aktien auf den Quartalsbericht des Ölkonzerns.

Zum Sitzungsende notierte der ATX um 0,56 Prozent höher auf 6.475,46 Punkten. Für den ATX Prime ging es um 0,48 Prozent auf 3.177,79 Zähler hinauf. Auch im europäischen Umfeld gab es überwiegend klare Gewinne.

Wie bereits die US-Notenbank am Vorabend tastete die EZB am Berichtstag ihre Schlüsselzinssätze nicht an. Der Einlagenzinssatz bleibt demnach bei 2,50 Prozent. "Die EZB verharrt im Oktober im Beobachter-Modus", resümierte Raiffeisen-Ökonom Franz Zobl. Angesichts gestiegener Inflationsrisiken stünden die Zeichen klar auf eine Zinserhöhung im Dezember. "Eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen mahnt aber zur Vorsicht und so entschied man sich, weitere Daten abzuwarten, welche insbesondere die Einschätzung der zugrundeliegenden Inflation ergänzen sollen."

Am Vormittag hatte die Europäische Zentralbank bekanntgegeben, dass Christine Lagarde am 7. Februar 2027 vorzeitig als Präsidentin abtritt. Dies ermöglicht es dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron, noch vor der Wahl in Frankreich im April 2027 die Neubesetzung eines der wichtigsten Spitzenposten in Europa zu klären. Hintergrund sind Sorgen, dass eurokritische Rechtspopulisten um Marine Le Pen die Wahlen in der zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft gewinnen könnten, was die Neubesetzung der EZB-Spitze erschweren könnte.

Verhaltene Vorgaben lieferten einmal mehr die internationalen Technologiewerte. Enttäuschende Ergebnisse von Alphabet und Samsung hätten die Zweifel an den Renditen von Investitionen in Künstliche Intelligenz neu entfacht, schrieben dazu die Marktstrategen der Deutschen Bank. Hierzulande wirkte sich dies aber nicht merklich aus. Die Titel des Chipzulieferers AT&S schlossen unverändert.

In Wien gaben mit OMV und Andritz zwei wichtige ATX-Unternehmen Einblick in ihre Bücher. Dank höherer Öl- und Gaspreise sowie gestiegener Raffineriemargen am Weltmarkt hat die OMV Gewinn und Umsatz im dritten Quartal deutlich gesteigert. Nettoergebnis und Cashflow vor Working Capital übertrafen dabei die Konsenserwartungen. Einen Schönheitsfehler sahen Analysten im enttäuschenden Ergebnis der Chemiesparte. Die OMV-Aktien legten dennoch um 1,6 Prozent zu.

Andritz steigerte sowohl Umsatz als auch Gewinn im dritten Quartal. Jedoch verfehlte der Auftragseingang die Analystenerwartungen. Daniel Lion von der Erste Group attestierte dem Anlagenbauer ein "insgesamt solides Quartal" und erwartet weitere Verbesserungen bei der Rentabilität. Mit Blick auf die Bewertung sei das Aufholpotenzial im Vergleich zu den Mitbewerbern aber erschöpft. Die Aktien stiegen um 0,4 Prozent.

Inzwischen hat der Aluminiumkonzern AMAG (Austria Metall AG) in den ersten drei Quartalen Umsatz und Ertrag deutlich gesteigert. Erste-Experte Michael Marschallinger sah in den endgültigen Ergebnissen keine größeren Überraschungen. Die Aktien verloren ein Prozent.

spa/sto

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