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Wadephul will 'Familienfoto' mit Lawrow nicht fernbleiben

Außenminister Johann Wadephul will einem möglichen "Familienfoto" zusammen mit dem russischen Kollegen Sergej Lawrow beim Treffen der G20-Außenminister in den USA nicht fernbleiben. Bei Kongressen wie der Zusammenkunft der großen Industrie- und Schwellenländer am Freitag und Samstag in Atlanta "ist es automatisch so, dass es gemeinsame Fotos gibt. Es ist eben eine zentrale Aufgabe von Außenministern, miteinander zu sprechen", sagte der CDU-Politiker bei einem Auftritt mit dem Außenminister von Panama, Javier Martínez-Acha Vásquez, in der Hauptstadt Panama-Stadt.

Eine Journalistin hatte Wadephul gefragt, welche Symbolik von einem solchen Foto mit Lawrow im fünften Jahr des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ausgehe.

Er habe Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung im September in New York bilateral getroffen und auch da habe es gemeinsame Fotos gegeben, erinnerte Wadephul. Das Entscheidende sei aber nicht das Foto, sondern das, was man miteinander bespreche. "Es gibt keine Normalität zwischen Deutschland und Russland, weil Russland weiterhin die Ukraine angreift, weil Russland weiterhin die Sicherheit Europas gefährdet." Dies werde er auch in Atlanta zum Ausdruck bringen.

Ihm komme es darauf an, jede Möglichkeit zu nutzen, Russland deutlich zu machen, "dass es von diesem völlig sinnlosen Krieg ablassen muss", sagte Wadephul. Er werde das G20-Treffen mit anderen Ländern auch nochmals für einen Versuch nutzen, Russland kurzfristig von einer Regelung für das Schwarze Meer zu überzeugen, damit dort Getreide aus der Ukraine und auch aus Russland in den globalen Süden transportiert werden könne. Dort hungerten Menschen, weil Russland den Transport nicht zulasse.

Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hatte sich beim Treffen der G20-Finanzminister Ende August in Asheville in den USA anders positioniert. "Im Raum deutliche Kritik finden, im Raum auch miteinander streiten, im Raum die deutlichen Worte über diesen Krieg finden, aber ein Familienfoto wäre mir an der Stelle ein deutlicher Schritt zu weit gegangen", sagte er damals. Bei den anderen europäischen G20-Staaten habe sich Klingbeil für einen Boykott eingesetzt, hieß es. Der Druck habe Wirkung gezeigt: Schließlich entstand ein Bild mit den Europäern, ohne russische Vertreter.

G20-Außenministertreffen Art Generalprobe für Gipfel in Miami

Die Außenminister der G20-Runde wollen in Atlanta über geopolitische Krisen und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft beraten. Das Treffen könnte beim Umgang mit Russland so etwas wie eine Generalprobe für den G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 14. und 15. Dezember in Miami sein.

US-Präsident Donald Trump hat seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin zu dem Gipfel eingeladen - bisher ist aber unklar, ob dieser die Einladung annimmt. Anders als Putin war Lawrow zuletzt regelmäßig bei G20-Treffen zu Gast. In der Runde ist Russland zwar offiziell noch Mitglied, Putin nahm allerdings zuletzt 2019 physisch an einem Gipfeltreffen teil. Der G20-Gruppe gehören 19 Staaten, die Europäische Union und die Afrikanische Union an./bk/DP/jha

AXC0323 2026-10-29/17:49

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