ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Nasdaq setzt Erholung fort - Dow hinkt nach
Die New Yorker Nasdaq hat am Dienstag an ihre
Erholung vom Wochenstart angeknüpft. Die Vorfreude auf einen
erwarteten Börsengang des KI-Unternehmens Anthropic hielt vor den
weiteren Quartalsberichten, die in der kommenden Tagen von
Tech-Schwergewichten erwartet werden, noch etwas an. Am Tag vor dem
US-Zinsentscheid war es auch gut für die Stimmung, dass die Ölpreise
wegen erhoffter Diplomatie im Iran-Krieg etwas nachgaben.
Der Nasdaq-100-Index verabschiedete sich 1,29 Prozent
höher bei 29.651,44 Punkten aus dem Handel. Laut einem Händler
gewinnt die "KI-Dynamik" derzeit mit einer anziehenden
Risikobereitschaft wieder an Fahrt. Die Überzeugung für diese
Bewegung bleibe vor den Zahlen von Alphabet und
Microsoft , die am Mittwoch nach Börsenschluss
anstehen, aber noch verhalten.
Der marktbreite S&P 500 folgte der Nasdaq-Börse um
0,60 Prozent nach oben auf 7.722,60 Zähler. Bei Standardwerten
blieben die Anleger aber vor dem Zinsentscheid zögerlicher. Der Dow
Jones Industrial stieg nur um 0,03 Prozent auf
52.377,57 Punkte. Er wurde vor allem von einem Kursrutsch bei Boeing
gebremst.
Der Flugzeughersteller hat in seiner Dauerkrise ein weiteres
Verlustquartal verbucht. Dies war aber nicht maßgeblich dafür, dass
der Kurs nach einer anfangs noch verhaltenen Reaktion um 10,7
Prozent abrutschte. Dafür verantwortlich gemacht wurden
enttäuschende Begleitaussagen zu den Auslieferungen und dem
längerfristigen Cashflow. Das Hochfahren der Produktion bereitet
Boeing weiterhin Probleme.
Als ein weiterer großer Dow-Verlierer litten die Aktien von
Sherwin-Williams mit 2,7 Prozent darunter, dass der
Farbenproduzent im dritten Quartal beim Gewinn die Erwartungen der
Analysten verfehlte. Die Titel von Coca-Cola büßten
außerdem 1,6 Prozent ein, obwohl der Getränkekonzern starke
Resultate vorgelegt und erneut seine Jahresprognose erhöht hatte.
Diese Neuigkeiten reichten den Anlegern aber nicht, um das jüngste
Rekordhoch wieder anzugreifen.
Im Tech-Sektor ging die Erholung bei Aktien aus dem Chipsektor
weiter, die am Vortag eingeleitet wurde. Broadcom
gehörte mit vier Prozent Plus nach einer Kaufempfehlung des
Analysehauses D.A. Davidson zu den größeren Gewinnern. Gut für die
Stimmung war auch eine erweiterte Partnerschaft zwischen dem
Softwareanbieter Oracle und dem KI-Plattformanbieter
OpenAI, die die Oracle-Titel mit 3,6 Prozent ins Plus hievte.
Unter den Größten der Tech-Branche überwogen die Gewinne, allen
voran bei Tesla , denn die Titel des Elektroautobauers
setzten ihre schwungvolle Erholung in Erwartung einer möglichen
Fusion mit SpaceX mit einem Anstieg um 4 Prozent
fort. Mit 1,6 Prozent unter Druck blieben die zuletzt von
Kapitalmaßnahmen belasteten Meta -Papiere - trotz der
Erkenntnis, dass die Ausgabe neuer Aktien fünffach überzeichnet war.
Gespannt wird jetzt in der Tech-Branche darauf gewartet, was am
Mittwoch Alphabet und Microsoft
berichten, gefolgt von Amazon am Donnerstag - drei
der weltgrößten Konzerne, die zusammen mehr als zehn Billionen
Dollar Marktwert auf die Waage bringen. Am Markt hieß es, es bleibe
entscheidend, wie viel Geld sie für KI-Technologie ausgeben und wann
sich dies auszahlen werde.
Der Paketdienst UPS überzeugte seine Anleger mit dem
Quartalsbericht. Für die Aktien ging es um fast sechs Prozent nach
oben und im Schlepptau schaffte es auch Fedex ins
Plus. Kurz vor Beginn des lukrativen Feiertagsgeschäft hatte UPS
seine Jahresprognosen auf ein überraschend hohes Niveau nach oben
geschraubt.
Mit einem Kurssprung um 19 Prozent sorgte außerdem noch Jetblue
Airways für Aufsehen. Die hoch verschuldete
Fluggesellschaft hofft, im kommenden Jahr operativ wieder profitabel
werden zu können. Für 2028 wurde der Wille bekräftigt, je Aktie
einen Gewinn von mindestens 1 US-Dollar und einen positiven Free
Cashflow zu erwirtschaften./tih/he