ROUNDUP: Boeing fliegt weiteren Verlust ein - Aktie verliert
Der Flugzeughersteller Boeing
In New York verlor die Boeing-Aktie am Dienstag zuletzt 5 Prozent auf 178,96 Dollar. Im Vergleich zum Jahreswechsel hat das Papier seinen Kursverlust damit auf rund 17 Prozent ausgeweitet. Das Beste an dem Quartalsbericht sei die Entwicklung der Barmittel, schrieb Branchenexperte Ken Herbert von der kanadischen Bank RBC. Damit seien die Risiken für das entsprechende Jahresziel der Boeing-Führung weiter gesunken.
Im dritten Quartal erzielte Boeing einen Umsatz von 24,2 Milliarden US-Dollar (21,6 Mrd Euro) und damit vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dies lag jedoch vor allem an der Rüstungs- und Raumfahrtsparte. Im Geschäft mit Passagier- und Frachtjets stagnierten die Auslieferungen nahezu bei 161 Jets, auch weil Triebwerkshersteller nicht genügend Turbinen lieferten. Der Barmittelzufluss aus dem operativen Geschäft lag konzernweit mit 1,5 Milliarden Dollar allerdings ein Drittel höher als ein Jahr zuvor - und übertraf die Erwartungen von Analysten.
Wegen der roten Zahlen der Verkehrsflugzeug-Sparte stand bei Boeing unter dem Strich jedoch insgesamt ein Fehlbetrag von 116 Millionen Dollar. Nach den ersten neun Monaten steht damit ein Minus von 551 Millionen Dollar zu Buche. Analysten erwarten im Schnitt auch für das vierte Quartal rote Zahlen, sodass Boeing ein weiteres Verlustjahr bevorstehen dürfte.
Erst 2025 hatte Boeing dank eines Spartenverkaufs seinen ersten Jahresgewinn seit 2018 erzielt. Der Konzern war nach den tödlichen Abstürzen zweier 737-Max-Jets in den Jahren 2018 und 2019 in eine Dauerkrise geraten. Weitere technische Probleme und Produktionsmängel bei anderen Flugzeugtypen und dem Raumschiff "Starliner" verschärften die Krise. Nach einem Beinahe-Unglück Anfang 2024 stellte die US-Luftfahrtbehörde den Hersteller schließlich unter verschärfte Aufsicht, hat die Zügel inzwischen jedoch wieder ein gutes Stück gelockert.
Boeing-Chef Kelly Ortberg verwies am Dienstag darauf, dass der Hersteller nach jahrelanger Verzögerung immerhin die Zulassung für die Mittelstreckenjet-Varianten 737 Max 7 und Max 10 erhalten hat. Außerdem soll Boeing den neuen Kampfjet für die US-Marine entwickeln. "Aber wir sind noch nicht fertig", räumte der Manager ein. Boeing konzentriere sich weiterhin auf Sicherheit und Qualität.
So soll das erste Exemplar des modernisierten Großraumjets Boeing 777X weiterhin im Jahr 2027 ausgeliefert werden - sieben Jahre später als ursprünglich angepeilt. Die erneute Verschiebung von Zulassung und Auslieferung hatte Boeing ziemlich genau vor einem Jahr bei der Veröffentlichung der Zahlen des dritten Quartals 2025 angekündigt - und dafür eine Belastung von 4,9 Milliarden Dollar verbucht. Unter dem Strich stand deshalb ein Quartalsverlust von 5,3 Milliarden Dollar. Im Vergleich dazu fiel der Verlust aus dem Sommer 2026 eher gering aus.
Boeing hatte nach den Abstürzen der beiden 737-Max-Jets und dem
folgenden Flugverbot für die Modellreihe seine Position als
weltgrößter Flugzeughersteller an seinen Rivalen Airbus aus Europa
verloren. Der Dax
ISIN US0970231058
AXC0244 2026-10-27/15:40
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