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ROUNDUP 2: Beiersdorf kämpft mit Nivea und Tesa - Aktie gibt deutlich nach

(neu: Russland, Details zur Neuausrichtung, Aktienkurs)

HAMBURG (dpa-AFX) - Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat im dritten Quartal eine schwächere Nachfrage nach seinen Nivea- und Tesa-Produkten zu spüren bekommen. Organisch - sprich währungs- und portfoliobereinigt - ging der Umsatz in den drei Monaten bis Ende September im Jahresvergleich um 1,3 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro zurück, wie das Dax-Unternehmen am Dienstag in Hamburg mitteilte. Nominal legten die Erlöse leicht um 0,4 Prozent zu. Die erst im Sommer gesenkten Jahresziele bestätigte der Hamburger Konzern.

An der Börse kamen die Geschäftszahlen nicht gut an. Die Aktie verlor zuletzt rund 3,2 Prozent und stoppte damit die jüngste Erholung wieder. Seit dem Jahreswechsel verlor das Papier gut 14 Prozent. Während die Marke Nivea weiter zu kämpfen habe, liege die Entwicklung des Konsumgütergeschäfts insgesamt knapp über den Konsensschätzungen, schrieb James Edwardes Jones von der kanadischen Bank RBC. Auf Konzernebene habe Beiersdorf wegen der schwachen Klebstoffsparte Tesa aber enttäuscht.

"Im dritten Quartal hat sich die Geschäftsentwicklung in unserem gesamten Consumer-Geschäft im Vergleich zur ersten Jahreshälfte verbessert", sagte Unternehmenschef Vincent Warnery laut Mitteilung. Während das Hautpflegesegment Derma mit den Marken Eucerin und Aquaphor und die Luxusmarke La Prairie weiter wachsen konnten, setzte Beiersdorf erneut weniger mit Nivea-Produkten um.

Allerdings fiel der Umsatzrückgang bei Nivea weniger stark aus als noch im zweiten Quartal. Das Unternehmen begründete das Minus etwa mit Auslieferproblemen und einem Lagerbestandsabbau im Handel. Bis zum Jahresende dürften diese negativen Faktoren sukzessiv nachlassen, hieß es weiter.

Im Klebstoffsegment schrumpfte der organische Umsatz im Quartal mehr als vier Prozent. Engpässe bei der Verfügbarkeit von Halbleitern hätten sich hier negativ auf das Electronics-Geschäft ausgewirkt, erklärte das Unternehmen. Im zweiten Quartal legte der Erlös in dem Geschäft mit Tesa noch zu.

Negativ beeinflusst wurden die Zahlen im dritten Quartal auch von einem Streit mit einem russischen Zulieferer. Beiersdorf zufolge ist die Auseinandersetzung beigelegt worden und das Unternehmen erwartet keine signifikanten Auswirkungen auf das vierte Quartal. Beiersdorf verkauft weiter Produkte auf dem russischen Markt.

Derweil will Beiersdorf Nivea schneller wieder auf Wachstumskurs bringen und hat mit einem 18-monatigen Programm die Neuausrichtung der Marke verstärkt. Als Teil des Nivea-Wachstumsplans gewährt Beiersdorf Rabatte und investiert mehr Geld in Werbung. Unter anderem hat das Unternehmen für die Sonnenschutz-Linie Nivea Sun eine Partnerschaft mit der Tour de France abgeschlossen. Im September brachte Beiersdorf die reduzierte Produktlinie Face+, die eigentlich für Schwellenländer entwickelt ist, nach Europa.

Der Beiersdorf-Vorstandsvorsitzende Vincent Warnery sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Rund 80 Prozent der Käufer von Face+ haben in der Vergangenheit keine Nivea-Hautpflegeprodukte gekauft." Die Kunden der Linie seien weitaus jünger als die gewöhnlichen Kunden.

Für 2026 geht Beiersdorf von einem organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. 2025 wurde ein Konzernumsatz von rund 9,9 Milliarden Euro verbucht. Die bereinigte Marge auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) sieht der Konzern bei mindestens 11,8 Prozent, nach 14,0 Prozent im Vorjahr.

Beiersdorf beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 22.000 Menschen. Werke in Deutschland befinden sich in Hamburg, Berlin und Leipzig./mne/lkm/stk

 ISIN  DE0005200000

AXC0181 2026-10-27/12:19

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