Aktien New York: Nasdaq erholt und Dow stabilisiert
An den New Yorker Börsen gehen die Anleger vor
allem bei Technologiewerten mit neuem Mut in eine Handelswoche
voller wichtiger Ereignisse. Für Entlastung sorgten leicht
rückläufige Ölpreise, die vor dem Wochenende zeitweise den höchsten
Stand seit April erreicht hatten. Der Fokus der Anleger liegt in den
kommenden Tagen vor allem auf den Zinsentscheid der US-Notenbank Fed
und erwarteten Quartalszahlen wichtiger US-Technologiekonzerne.
Weil in den USA noch nicht auf Normalzeit umgestellt wurde, findet
der Börsenhandel in mitteleuropäischer Zeit in dieser Woche eine
Stunde früher statt als üblich. Der Dow Jones Industrial
legte knapp zwei Stunden vor Schluss um 0,3 Prozent
auf 52.352 Punkte zu, nachdem er am Freitag deutlich darunter
gelitten hatte, dass die hohen Ölpreise wieder Inflationsängste
schürten. Am breiten Markt ging es für den S&P 500 um
0,8 Prozent auf 7.683 Zähler nach oben.
Am Mittwoch und Donnerstag dürften die Quartalszahlen der
Tech-Riesen Microsoft , Alphabet und
Amazon mit ihren Zahlen vor allem den Nasdaq 100
beeinflussen, der am Freitag nach dem tiefsten Stand
seit einem Monat schon einen Stabilisierungsversuch eingeleitet
hatte. Diesen setzte der technologielastige Leitindex nun mit einem
Plus fort, das mit 29.340 Zählern bis zuletzt auf 1,3 Prozent
anwuchs.
Die Nasdaq-Rally wurde geprägt von den Tesla -Aktien,
die getrieben von der Fantasie für eine mögliche Fusion mit dem
Weltraum- und KI-Konzern SpaceX um sechs Prozent
anzogen. Verstärkt wurde dies von einer Hochstufung auf "Overweight"
durch die britische Investmentbank Barclays. Die Titel erreichten
den höchsten Stand seit Mitte Juli. Die Tesla-Aktien seien jetzt
eine Wette darauf, welche Prämie notwendig werde, um von den
Tesla-Aktionären die Zustimmung zu einer Fusion zu erkaufen, schrieb
der Experte Edison Yu von der Deutschen Bank.
Aber auch im KI-Bereich erholten sich die Kurse von Chipwerten meist
deutlich. Für Gesprächsstoff sorgten neue Details zu den
Milliardenplänen eines großen Tech-Riesen. Die Meta-Aktie
verlor 0,8 Prozent, nachdem das Unternehmen
angekündigt hatte, durch den Verkauf von Aktien bis zu 95 Milliarden
US-Dollar für seine KI-Investitionen einnehmen zu wollen. Nvidia
, AMD und Broadcom
wurden als mögliche Ankerinvestoren genannt.
Die Papiere von Verizon büßten fast vier Prozent ein,
obwohl der Telekomkonzern für das dritte Quartal den stärksten
Zuwachs an Mobilfunkkunden seit fünf Jahren meldete und seine Ziele
für das Gesamtjahr anhob. Am Markt hieß es, die Titel aus der
Telekom-Branche litten weiter unter der Sorge vor neuer Konkurrenz
durch SpaceX. Die Titel von T-Mobile US gaben am
Montag auf dem tiefsten Stand seit 2023 weiter um ein Prozent nach.
Die Titel von Surgery Partners sprangen um fast die
Hälfte nach oben, nachdem bekannt wurde, dass das gemeinnützige
katholische Gesundheitsunternehmen Bon Secours Mercy Health ein
Angebot für den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an dem Anbieter
chirurgischer Versorgungsleistungen abgab./tih/he