ROUNDUP: Erholung bei Sartorius setzt sich fort - Jahresziele bestätigt
Der Labordienstleister und Pharmazulieferer
Sartorius
Die Papiere kletterten auf bis zu 276,70 Euro und führten den MDax
Analyst James Vane-Tempest von Jefferies Research attestierte Sartorius ein starkes drittes Quartal. Treiber sei vor allem das Laborgeschäft (LPS) gewesen, das die Erwartungen übertroffen habe.
In den ersten neun Monaten bis Ende September erlöste der Konzern insgesamt rund 2,74 Milliarden Euro, knapp 5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Getragen wurde das Wachstum vor allem von einem starken Geschäft in Asien-Pazifik, wozu auch China beigetragen habe. Zudem hätten die Geschäfte in Nordamerika über die Sommermonate "erfreulich" Fahrt aufgenommen, sagte Grosse.
Nach der Corona-Zeit hatte Sartorius eine längere Durststrecke durchgestanden, weil Kunden ihre Bestellungen unter anderem wegen übervoller Lager zurückhielten. Inzwischen seien die Abnehmer wieder in den "Investitionsmodus" zurückgekehrt, sagte der Konzernchef.
Auch bei den Gewinnkennziffern übertraf Sartorius die Markterwartungen: In den ersten drei Quartalen stieg das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um fast sieben Prozent auf knapp 828 Millionen Euro. Die entsprechende Marge kletterte von 29,7 auf 30,2 Prozent. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn stieg um gut die Hälfte auf 188,3 Millionen Euro.
Im dritten Quartal erhielt der Konzern laut Grosse weitere Rückzahlungen von 5 Millionen Euro für bereits gezahlte US-Zölle, nachdem der US Supreme Court diese für unzulässig erklärt hatte. Insgesamt hat Sartorius Rückzahlungen von 40 Millionen Euro beantragt. Eine erste größere Summe von 26 Millionen Euro war bereits bis zur Halbjahresbilanz zurückgeflossen. Das Geld will der Konzern im Wesentlichen an seine Kunden weitergeben, da diese zuvor maßgeblich die höheren Zollkosten getragen hatten.
Dies führt zu einem buchhalterisch umsatzmindernden Effekt, den Sartorius seit der Halbjahresbilanz in der Jahresprognose berücksichtigt. Ohne die Zollerstattungen erwartet der Konzern ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum in der unteren Hälfte der Spanne von 5 bis 9 Prozent. Inklusive des Sondereffekts peilt Grosse weiterhin in etwa den Mittelpunkt dieser Spanne an. Auf das operative Ergebnis haben die Rückerstattungen keinen Einfluss. Hier erwartet das Management 2026 weiterhin eine Marge von etwas über 30 Prozent.
Zudem kündigte Sartorius eine Neuorganisation und neue
Segmentberichterstattung ab 2027 an. Die bisherigen Sparten
Bioprocess Solutions und Lab Products & Services werden zum
Jahresstart durch Bioprocessing Solutions und Research Solutions
ersetzt. Bioprocessing Solutions umfasse Technologien für die
biopharmazeutische Herstellung und entspreche damit voll der
französischen Tochter Sartorius Stedim
Zudem fasst der Konzern laut Grosse seine Vertriebsaktivitäten künftig in einer Organisation zusammen. Den Vorstandsposten des Chief Commercial Officer übernimmt ab 2027 Alexandra Gatzmeyer. René Fáber verantwortet dann als Chief Product Officer Forschung und Entwicklung, Produktmanagement, technischen Vertrieb und Produktion./tav/men/stk
ISIN DE0007165631 FR0013154002
AXC0209 2026-10-22/13:34
Relevante Links: Sartorius AG, Sartorius Stedim Biotech SA