Aktien Frankfurt: Dax folgt Tech-Branche mit nächstem Rückschlag
Der Dax erhält am Donnerstag
auf seiner Richtungssuche wieder einen Dämpfer. Zahlen großer
US-Tech-Konzerne sorgten dafür, dass die Stimmung wieder
umschwenkte, nachdem die Vortagserholung dem Leitindex noch den
höchsten Stand seit vier Wochen beschert hatte. Wegen eines Angriffs
auf ein Ölfeld in Saudi-Arabien stiegen auch die Ölpreise wieder
deutlich.
Der Dax fiel gegen Mittag um 1,24 Prozent auf 25.327 Punkte. Er
rutschte damit wieder unter seine 100-Tage-Linie, um die er in den
vergangenen Tagen schon geschwankt war. Der MDax mit
den mittelgroßen Werten sank noch etwas deutlicher um 1,6 Prozent
auf 30.164 Zähler. Auch in New York bahnte sich vor allem an der
Nasdaq-Börse ein schlechter Handelsauftakt an.
Gute Zahlen des Dax-Schwergewichts SAP verpufften im
Umfeld einer international wieder beobachteten Technologie-Schwäche.
Die Erholung des Nasdaq 100 hatte am Vorabend in New
York schon an Schwung verloren und über Nacht ging es an den
technologielastigen Börsen in Japan und Südkorea wieder merklich
bergab.
"Die Quartalsberichte von Tesla , Meta ,
IBM und SAP reichen nicht aus, um das Vertrauen in
den Technologiesektor und hier insbesondere in den Chip-Sektor zu
festigen", schrieb der Börsenbrief-Autor Hans Bernecker. Tags zuvor
hatten Milliarden-Gewinne des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX
die jüngsten Sorgen damit nur vorübergehend
gemildert.
Laut Bernecker belastet besonders, dass der Elektroautobauer Tesla
auf die Investitionsbremse tritt. Der Marktbeobachter Stephen Innes
sieht das Trendthema KI in einer schwierigen Phase zwischen
technologischer Validierung und finanziellem Erfolg. Meta wachse
zwar stark, habe aber auch klargemacht, dass der nächste Schub viel
Geld kosten werde.
Unter den deutschen KI-Profiteuren gaben die Kurse von Infineon
, Siemens Energy und Siemens
um bis zu vier Prozent nach.
Mit einem Abschlag von zuletzt einem Prozent konnten sich auch die
SAP-Aktien der Tech-Schwäche nicht entziehen, obwohl der
Softwareriese etwas zuversichtlicher für die Cloud-Erlöse im
Gesamtjahr wird. Die Aktien waren zunächst noch im Plus gestartet in
der Annahme, dass die Sorgen vor einer KI-Disruption weiter
entkräftet werden. Über der 210-Euro-Marke traf der Kurs auf dem
höchsten Niveau seit Januar jedoch auf zu großen Widerstand.
Im Rüstungsbereich sank der Kurs des MDax-Wertes Renk
um 1,5 Prozent. Der Panzergetriebehersteller verkauft sein
Gleitlagergeschäft und kürzte deshalb seine Prognose für das
laufende Geschäftsjahr. Mit minus 5,7 Prozent war der Druck bei
Krones im MDax aber noch viel größer. Von dem
Anlagenbauer gab es mit gedämpften diesjährigen und mittelfristigen
Umsatzerwartungen auch nichts Gutes zu berichten.
Eine positive Ausnahme waren deutsche Laborausrüster: Bei Qiagen
macht der schwedische Finanzinvestor EQT gemeinsam
mit zwei Staats- und Pensionsfonds Ernst mit einer Offerte. Der
schon lange von Übernahmedebatten getriebene Kurs näherte sich mit
einem Sprung um 5,5 Prozent auf 45,18 Euro dem Gebot von 46,50 Euro.
Der Sartorius-Kurs legte außerdem um 2,5 Prozent zu.
James Vane-Tempest von Jefferies Research attestierte dem
Laborausrüster in einer ersten Einschätzung ein starkes drittes
Quartal, vor allem mit dem Laborgeschäft (LPS) als Treiber. Für
diesen Geschäftsbereich wird das Unternehmen wachstums- und
margenseitig einen Tick optimistischer./tih/stk