ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax schüttelt Verluste weitgehend ab
Der Dax hat angesichts vager
Hoffnungen auf eine Lösung im festgefahrenen Nahost-Konflikt seine
Tagesverluste am Dienstag fast vollständig abgeschüttelt. Die Öl-
und Gaspreise sanken. Zudem stützte die positive Börsenstimmung in
den USA.
Mit einem Minus von 0,06 Prozent auf 25.304,42 Punkte ging der
deutsche Leitindex aus dem Tag, nachdem er zeitweise bis an die
25.000-Zähler-Marke abgesackt war. Damit stabilisierte er sich knapp
über für den kurzfristigen Trend relevanten
21-Tage-Durchschnittslinie. Der MDax verringerte sein
Minus auf 0,40 Prozent und ging mit 30.391,65 Zählern aus dem
Handel.
Die Märkte reagierten wohl vor allem darauf, dass es im
festgefahrenen Konflikt zwischen den USA und dem Iran eine Lösung
geben könnte, hieß es. So kursierten Gerüchte über einen möglichen
Kompromissvorschlag von Vermittlern aus Katar und Pakistan, der den
Forderungen beider Seiten gerecht werden soll.
In ganz Europa hellte sich die Stimmung an den Börsen am späteren
Nachmittag auf. Der EuroStoxx 50 , Leitindex der
Euroregion, schloss mit minus 0,38 Prozent auf 6.121,66 Punkte. In
London wurden ebenfalls nur moderate Verluste verbucht, während in
Zürich der SMI seine Gewinne ausbaute. In den USA
stieg der Dow Jones Industrial zum europäischen
Börsenschluss um 0,9 Prozent und der technologielastige Nasdaq 100
zeigte sich stabil.
Gegen Börsenschluss verdrängte an der Dax-Spitze die Qiagen
-Aktie die von Eon . Das Papier des
Diagnostik-Spezialisten gewann 3,8 Prozent und erreichte damit
wieder den höchsten Stand seit Mitte Februar. Es profitierte einem
Händler zufolge von Übernahme-Gerüchten, die in einem M&A-Blog
verbreitet wurden.
Für das Plus von 2,9 Prozent der Eon-Aktie wurde auf einen Bericht
des "Manager Magazins" verwiesen. Demnach arbeitet der Strom- und
Gasnetzbetreiber an einem umfassenden Sparprogramm, das 2027 starten
könnte. Unter dem Projektnamen "Polaris" sollen Kosten um 20 bis 25
Prozent reduziert werden, schrieb das Wirtschaftsmagazin unter
Berufung auf Konzerninsider. Eon bestätigte dem Magazin, derzeit an
einer Vereinfachung des derzeitigen Managementmodells zu arbeiten.
Konkrete Beschlüsse gebe es jedoch noch keine.
Weitere Abgaben verzeichneten Papiere mit KI-Bezug. Nicht nur
Infineon und Siemens Energy zählten zu
den größten Verlierern im Dax. Auch Siemens gaben
trotz gemeldeter Rekordaufträge des Schweizer Konkurrenten ABB
um 2,2 Prozent nach. Der Optimismus hinsichtlich
einer Fortsetzung des KI- und Halbleiterbooms schwindet. Die Zweifel
an der Profitabilität der enormen Investitionen wachsen. Obendrein
lassen die inflationsbedingt steigenden Marktzinsen auch die
Kreditrisiken steigen.
Angespannt wird daher auf die anstehenden Quartalszahlen der
Schwergewichte im Tech-Sektor geblickt. SpaceX wird
am diesem Abend nach Börsenschluss berichten. Am Mittwoch folgen
Meta und IBM .
Im MDax büßten Aurubis 4,7 Prozent ein und litten
unter den Zwischenberichten von BHP und Anglo
American . Beide Bergbauunternehmen meldeten einen
Rückgang der Kupferproduktion. TAG Immobilien waren
Spitzenwert mit plus 4,5 Prozent. Eine Kaufempfehlung von Goldman
Sachs gab Auftrieb. Polen als Wachstumsmotor verhelfe zu einer
branchenführenden Gewinndynamik, schrieb Analyst Jonathan Kownator.
Zudem lobte er bei TAG die Rendite und die geringen Leerstände im
deutschen Immobilienbestand.
Im SDax waren Tonies und Mutares
gefragt. Mit Blick auf den Hörspielboxen-Hersteller
Tonies setzt Analyst Sinan Doganli von der Investmentbank Oddo BHF
auf ein gutes drittes Quartal. Die Aktie war mit plus 6,5 Prozent
Spitzenreiter im Kleinwerte-Index. Das Beteiligungsunternehmen
Mutares schloss eine Vereinbarung zur Veräußerung der
polnischen Drogeriemarktkette Natura ab. Diese Aktie gewann 4,2
Prozent./ck/he