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Moskaus Angriffe auf Exportrouten: Kallas warnt vor 'perfektem Sturm'

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnt angesichts der Intensivierung russischer Angriffe auf ukrainische Exportrouten in der Schwarzmeer-Region vor einer neuen globalen Ernährungskrise. Die globalen Getreidevorräte seien derzeit zwar größer als 2022, als Russland 20 Millionen Tonnen ukrainisches Getreide blockiert habe, erklärte Kallas im Europäischen Parlament in Straßburg. Derzeit gebe es aber zusätzlich zu der Situation im Schwarzen Meer weitere Risiken für die weltweite Lebensmittelversorgung. Dies seien Dürren auf beiden Halbkugeln, der Konflikt im Nahen Osten mit negativen Folgen für Düngemittelexporte und ein besonders starkes Klimaphänomen, das Kallas "Super El Niño" nannte.

"Das globale Ernährungssystem steht vor einem perfekten Sturm", warnte die frühere estnische Regierungschefin. Die weltweiten Getreidepreise lägen inzwischen auf dem höchsten Stand seit Februar 2023.

"Gefährliche und inakzeptable Eskalation"

Zu den jüngsten Entwicklungen in der Schwarzmeer-Region sagte Kallas, sechs Angriffe mutmaßlich russischer Drohnen innerhalb von zehn Tagen markierten eine gefährliche und inakzeptable Eskalation. Die Ukraine sei einer der wichtigsten Agrar-Exporteure der Welt und liefere etwa 15 Prozent der weltweiten Maisexporte. Zudem liefere sie 10 Prozent der Weizenexporte, 15 bis 20 Prozent der Gerstenexporte und 50 Prozent der weltweiten Sonnenblumenölexporte.

"Rund 90 Prozent dieser Waren werden über den Korridor im Schwarzen Meer transportiert. Er ist die mit Abstand wichtigste Route, über die ukrainisches Getreide auf die internationalen Märkte gelangt", erklärte Kallas. Russlands Handeln mache es weltweit schwieriger, die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. Die Ukraine verliere zudem schätzungsweise 60 Millionen Euro an Exporteinnahmen pro Tag.

Alternative Routen in Gefahr

Um die Lage zu verbessern, soll nach Angaben von Kallas nun versucht werden, alternative Exportrouten auszubauen. Zudem sollen die Überwachung sowie die Abwehr von Gefahren aus der Luft und auf See verbessert und zusätzliche diplomatische Initiativen mit Ländern wie der Türkei und Indien vorangetrieben werden. Russland greife inzwischen auch Grenzübergänge zu Moldau, Rumänien und Polen an, ergänzte Kallas. Damit gerieten auch die alternativen Routen in Gefahr./aha/DP/mis

AXC0150 2026-10-20/12:34

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