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Raiffeisen: Banken in Zentral- und Südosteuropa florieren / Sektor widerstandsfähig und rentabel - Chancen für westliche Geldhäuser weiter groß

Der Bankensektor in Zentral- und Südosteuropa steht gut da. In Ländern wie Polen, Ungarn, Rumänien oder der Slowakei sprudeln die Gewinne, die Kreditausfallsquoten sind gering. Gestützt werden die Geldhäuser in der Region von der relativ starken Wirtschaftsentwicklung und hoher Beschäftigung, geht aus einer Analyse von Raiffeisen Research hervor. Sie sieht Chancen für westliche Banken und vergleicht den dortigen "Gewinnpool" mit jenem Italiens.

Die geringe Arbeitslosigkeit stütze gesamtwirtschaftlich betrachtet die Möglichkeit für Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer, ihre Schulden abzuzahlen. Das hält die sogenannte NPL-Quote (Non Performing Loans, Anm.) bei den Banken niedrig, führt Raiffeisen aus. In den meisten Ländern würden die Problemkreditquoten gar "nahe historischer Tiefststände" liegen und "nahe oder sogar auf dem Niveau des Euroraums bzw. westeuropäischer Vergleichsmärkte" stehen. Am Gewerbeimmobilienmarkt, der stark von der Konjunktur abhängt, sei dies ebenso großteils der Fall.

Verwiesen wird auch auf hohe Eigenkapitalrenditen der Banken, eine Kennzahl, die die finanzielle Stärke von Unternehmen zeigen soll. Mit 15 bis 16 Prozent 2025 und im ersten Halbjahr 2026 liegen diese in den zwölf Kernmärkten der Region laut der Analyse sogar deutlich höher als in der Eurozone (9 Prozent) oder in Österreich (8 bis 10 Prozent auf unkonsolidierter Basis). 2024 und 2025 habe es teilweise Rekordgewinne gegeben, die sich 2026 dank eines "starken regionalen Kreditzyklus" und höheren Zinsen (aufgrund der Erhöhungen von EZB und regionalen Notenbanken) wiederholen dürften. Die Höhe zusätzlicher Gewinnsteuern für Banken auf den großen "Zahlermärkten" (Ungarn, Rumänien, Slowakei) würde das belegen.

Vergleich mit Italien

Einen Vergleich ziehen die Bankökonomen mit dem italienischen Bankensektor, dessen Gewinne 2025 bei 36,3 Mrd. Euro lagen. Das ist weniger als Spanien (41,9 Mrd. Euro), liegt aber deutlich über dem "Pool" Österreichs, den sie auf 12 Mrd. Euro (Nettogewinn) beziffern. Zieht man Gewinne aus dem CEE-Geschäft ab, verringert sich dieser sogar auf 6 bis 7 Mrd. Euro.

"CE/SEE bleibt eine der attraktivsten Regionen Europas für das Wachstum im Bankensektor", so die Schlussfolgerung. "Gestützt durch solide inländische Fundamentaldaten und externe Rückenwindfaktoren, darunter EU-Fördermittel, deutsche Konjunkturmaßnahmen und die Neuausrichtung der Lieferketten, dürfte sich das durchschnittliche Kreditwachstum im zweistelligen Bereich einpendeln." Als vielversprechend hervorgehoben werden Rumänien aufgrund relativer niedriger "Marktdurchdringung" sowie Ungarn, das "nach den richtungsweisenden Wahlen im April 2026 seinen ins Stocken geratenen wirtschaftlichen und bankenseitigen Aufholprozess wiederbeleben könnte".

Große österreichische Banken haben das Potenzial der Region freilich längst erkannt und ihre Marktpositionen auch in der jüngeren Vergangenheit weiter ausgebaut. So etwa die Erste Group mit ihrem Zukauf in Polen oder auch die Raiffeisen Bank International (RBI), die - vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen - die Addiko Bank übernehmen wird.

tpo/tsk

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