ROUNDUP/ABB: Rekordaufträge dank Rechenzentren - Investoren dennoch enttäuscht
ABB
Doch bei Anlegern kippte die KI-Euphorie. Der insbesondere aus Asien überschwappende Verkaufsdruck bei den Technologieaktien dominierte im Handel die Gemengelage. Inflations- und Zinssorgen nach einem erneuten Anstieg beim Ölpreis hatten insbesondere in Korea im Halbleitersegment zu deutlichen Abgaben geführt. Das färbte auch auf ABB ab.
Marktteilnehmer zeigten sich zudem auch etwas enttäuscht. Die Aktie
fiel in der Schweiz zwischenzeitlich um mehr als sechs Prozent und
unterschritt erstmals seit April die Marke von 70 Franken. Damit
notieren sie mittlerweile rund 21 Prozent unter ihrem Jahreshoch bei
89,14 Franken vom Juni. Mit einer Entwicklung von fast 20 Prozent
plus seit Jahresbeginn notieren sie allerdings immer noch weit vorne
in der SMI
In diesem Sog verlor auch der in Teilen mit ABB konkurrierende
Technologiekonzern Siemens
So lobte Alasdair Leslie von Bernstein Research zwar das hohe Bestellwachstum, Umsatz und operatives Ergebnis hätten aber im Rahmen der Erwartungen gelegen. Auch die leichte Erhöhung der Prognose sei bereits in den Markterwartungen eingepreist. Die breitere, kurzfristige Nachfrage sei intakt, er wies jedoch auch darauf hin, dass der Bereich Automatisierung die Erwartungen beim Auftragseingang verfehlt habe. Die Analysten von Berenberg monierten zusätzlich, dass ABB beim Ergebnis je Aktie die Annahmen des Marktes verfehlt habe.
Der Umsatz im Quartal stieg um 14 Prozent auf 9,7 Milliarden US-Dollar (rund 8,6 Mrd Euro), wie das auf Elektrifizierung, Automation und Antriebstechnik spezialisierte Unternehmen am Dienstag mitteilte.
Der Auftragseingang zog auf vergleichbarer Basis gar um 40 Prozent auf 12,06 Milliarden Dollar noch markanter an und erreichte damit ein neues Rekordniveau. Insgesamt sei die Entwicklung im dritten Quartal nach Plan verlaufen. Der Auftragseingang sei durch kräftige Zuwächse in zwei der drei Geschäftsbereiche und bei positiver Entwicklung in den meisten Kundensegmenten getrieben worden. Besonders hob sich dabei das Segment Rechenzentren hervor, wo der Bestellungseingang im dreistelligen Bereich in die Höhe schoss.
Der operative Gewinn nahm im Vergleich zum Umsatz leicht überproportional zu, entsprechend verbesserte sich auch die Profitabilität. Die operative Marge auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (Ebita) lag 1,6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert bei 20,8 Prozent und damit im oberen Bereich der Zielspanne von 18 bis 22 Prozent. Den Anstieg führte ABB auf Verbesserungen in zwei der drei Geschäftsbereiche, geringere Verluste im E-Mobility-Geschäft und niedrigere Aufwendungen.
Der Nettogewinn lag hingegen bei 1,18 Milliarden Dollar und damit um 2 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr 2026 wurden leicht nach oben angepasst. Neu peilt der Konzern ein vergleichbares Umsatzwachstum im unteren Bereich von 13 bis 19 Prozent (bisher: im niedrigen zweistelligen bis unteren Bereich von 13 bis 19 Prozent) an. Die operative Marge (Ebita) sollte sich im Vergleich zum Vorjahr um mindestens 2,7 Prozentpunkte erhöhen. Bisher wurde keine konkrete Zahl für einen Anstieg genannt./nas/cf/hr/AWP/men/mis
ISIN DE0007236101 CH0012221716 DE000ENER6Y0
AXC0113 2026-10-20/10:40
Relevante Links: ABB Ltd., Siemens AG, Siemens Energy AG