Deutsche Anleihen geben nach - Französische Titel deutlich unter Druck
Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind mit
Verlusten in die neue Woche gestartet. Der richtungweisende
Euro-Bund-Future
Bereits am Freitag hatte der deutsche Anleihenmarkt nach den jüngsten Turbulenzen etwas nachgegeben. Weiterhin bestimmen Sorgen mit Blick auf eine ölpreisbedingte Inflation im Zuge des Iran-Kriegs.
Auch an den wichtigsten europäischen Anleihemärkten zogen die Renditen überwiegend an. Dabei ragten vor allem die französischen Staatsanleihen negativ hervor. Zehnjährige Papiere rentierten mit 4,93 Prozent. Die Differenz (Spread) zu den entsprechenden deutschen Renditen weitete sich am Montag deutlich aus und lag bei 1,48 Prozentpunkten, weil sich zunehmend Sorgen über die Staatsfinanzen Frankreichs breit machen.
Am Wochenende war es bei Massendemonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten mit rund einer halben Million Teilnehmern in mehreren Städten des Landes zu Gewalt und Plünderungen gekommen. "Frankreich steht heute vor einer sozialen Krise, einer Einwanderungskrise, einer Energiekrise, einer Wirtschaftskrise und einer Haushaltskrise", sagte Louis-Vincent Gave, Mitbegründer und geschäftsführender Gesellschafter des makroökonomischen Analyse- und Finanzdienstleistungsunternehmens Gavekal Research. "All dies zu einer Zeit, in der der französische Präsident zwar im Amt, aber nicht an der Macht ist."
Die Staatsanleihen des hoch verschuldeten Frankreichs stünden aktuell unter Druck, schrieb Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Ihre Renditen seien in den vergangenen Wochen deutlich stärker gestiegen als die ihrer deutschen Pendants. Das lässt sich dem Experten zufolge dadurch rechtfertigen, dass Deutschlands Staatsschulden 66 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entsprächen, während Frankreich bei fast 120 Prozent liege - das Doppelte dessen, was der Maastricht-Vertrag höchstens erlaubt./la/he
ISIN DE0009652644
AXC0194 2026-10-19/17:29