dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN vom 19.10.2026 - 15.15 Uhr
ROUNDUP: DHL erhöht nach Ergebnisanstieg Prognose - Aktie tut sich
schwer
BONN - Der Logistikkonzern DHL hat nach einer
positiven Entwicklung im dritten Quartal seine Prognose für das
laufende Jahr erhöht. Vor allem das Express-Geschäft verläuft dabei
weiter schwungvoll. So soll das Ergebnis vor Zinsen und Steuern
(Ebit) im Konzern 2026 nun mehr als sieben Milliarden Euro betragen,
teilten die Bonner am Freitag nach Börsenschluss mit. Bislang hatte
DHL mehr als 6,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Völlig
überraschend kommt dies Marktteilnehmern zufolge jedoch nicht.
ROUNDUP 2: Norma Group will bis 2031 profitabler werden - neue
Dividendenpolitik
MAINTAL - Der Verbindungstechnikhersteller und Autozulieferer Norma
Group will in den kommenden Jahren mit seiner neuen
Aufstellung leicht wachsen und dabei deutlich profitabler werden.
Der um Währungseffekte bereinigte Umsatz soll von 2026 bis 2031 im
Schnitt um ein bis drei Prozent zulegen, wie der
SDax-Konzern am Montag in Maintal mitteilte. Vom Erlös
sollen bis 2031 bereinigt um Sondereffekte mehr als 10 Prozent als
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) übrigbleiben. Zudem
kündigte der Konzern an, ab dem kommenden Jahr weniger an die
Aktionäre auszuschütten.
Darmstädter Merck kauft Silence Therapeutics für Spezialmedikamente
DARMSTADT - Der Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA
übernimmt die britische Spezialpharmafirma Silence Therapeutics
. Je US-Aktienhinterlegungsschein (ADS) blättert der
Dax -Konzern 20 US-Dollar hin, was die Briten
insgesamt mit 1,1 Milliarden Dollar (980 Mio Euro) bewertet, wie
Merck am Montag mitteilte. Merck will sich mit dem geplanten Zukauf
im Bereich seltener Erkrankungen stärken mit dem Ziel, ein führender
globaler Anbieter von Spezialmedikamenten zu werden. Das
Biotechunternehmen Silence Therapeutics steht den Angaben zufolge
mit dem sogenannten siRNA-Wirkstoff "Divesiran" zur Behandlung der
seltenen Erkrankung Polycythaemia vera (PV) vor dem Einstieg in die
klinische Studienphase III.
ROUNDUP/IG Metall: VW plant Einfrieren der Gehälter bis 2030
WOLFSBURG - VW -Beschäftigten drohen nach Darstellung
der Industriegewerkschaft Metall jahrelange Nullrunden beim Gehalt.
Es gebe Pläne, die Gehälter der weltweit mehr als 660.000
Beschäftigten bis 2030 einzufrieren, schreibt die IG Metall in einer
Mitteilung auf ihrer Website. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung"
darüber berichtet.
Europas Handynetz-Betreiber greifen nach Weltraum-Frequenzen
BONN - Europas große Telekommunikationskonzerne ziehen an einem
Strang, um Handynutzer auch in entlegenen Gebieten mit Mobilfunk aus
dem Weltall zu erreichen. Die Deutsche Telekom , der
britische Anbieter Vodafone , Telefónica aus Spanien
und Orange aus Frankreich teilten mit, dass sie gemeinsam für
Frequenzen für mobile Satellitendienste bieten wollen. Eine
entsprechende Absichtserklärung sei unterzeichnet worden. Es geht um
Frequenzen, die aller Voraussicht nach 2029 frei werden und bislang
etwa für Internetverbindungen im Flugzeug genutzt werden.
Siemens und Nvidia wollen Fabriken automatischer machen
ERLANGEN - In Erlangen zeigen Siemens und Nvidia
wie KI Fabriken verändern könnte. Das dortige
Elektronikwerk soll als Blaupause für weitere Fabriken dienen -
innerhalb des Siemens-Konzerns aber auch für Kunden, wie
Vorstandsmitglied Cedrik Neike erklärt. Er sieht es als "historische
Chance für Deutschland und Europa", Künstliche Intelligenz in
Fabriken zu bringen und im industriellen Maßstab einzusetzen. Nur so
könne man die Produktivität weiter steigern und Produktion auch in
Hochlohnländern sichern.
ROUNDUP/Hannover Rück: Kfz-Versicherungen werden 2027 noch teurer
BADEN-BADEN - Autobesitzer in Deutschland müssen für ihre
Kfz-Versicherungen nach Einschätzung der Hannover Rück
2027 noch tiefer in die Tasche greifen. Im Schnitt
rechne er mit Preiserhöhungen im niedrigen bis mittleren
einstelligen Prozentbereich, erklärte der zuständige Bereichsleiter
der Hannover-Rück-Deutschlandtochter, Stefan Schmuttermair, am
Montag beim Branchentreffen in Baden-Baden. Wegen weiter steigender
Preise für Ersatzteile und Reparaturen dürften die Gewinne 2026 und
2027 wieder bröckeln. Dabei waren die Kfz-Versicherer erst 2025 nach
mehreren Verlustjahren in die Gewinnzone zurückgekehrt.
Vonovia: Vergesellschaftung in geplanter Form nicht machbar
BERLIN - Linke, Grüne und SPD haben sich bei ihren
Sondierungsgesprächen in Berlin auf einen vorläufigen Fahrplan für
die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne verständigt - aus
Sicht des Immobilienkonzerns Vonovia wird dieser vor
Gericht nicht standhalten. "Das Sondierungsergebnis ändert nichts an
unserer Haltung", teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. "Wir sind
überzeugt, dass eine Vergesellschaftung in der vorgelegten und
geplanten Art und Weise verfassungswidrig ist und einer
gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten würde."
Vergesellschaftung verbieten? Regierung noch in Abstimmung
BERLIN - Die Pläne der schwarz-roten Koalition, die Verstaatlichung
von Mietwohnungen zu verbieten, befinden sich noch in der Abstimmung
der Bundesregierung. Das teilte ein Sprecher des
Bundesinnenministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur
mit. Das Vorhaben liegt demnach in der Co-Federführung des Hauses
von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und den beiden
SPD-geführten Justiz- und Bauministerien. Das Innenministerium habe
dabei eine sogenannte technische Federführung inne, erläuterte der
Sprecher.
KILCHBERG - Nach zwei Umsatzwarnungen innerhalb eines Jahres zieht
Lindt & Sprüngli die Reißleine: Der Schweizer
Schokoladenhersteller trennt sich von Konzernchef Adalbert Lechner.
Der Verwaltungsrat hält eine neue Führung für nötig, um das
Unternehmen wieder auf Wachstumskurs zu bringen.