Wiener Börse (Mittag) - ATX mit minus 1,2 Prozent weiter schwach / Negatives Umfeld - BAWAG nach Zahlen tiefer - Steyr Motors nach Übernahmeangebot mit Kurssprung
Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Montag zu Mittag weiterhin klar im Minus gezeigt. Gegen 12.00 Uhr notierte der heimische Leitindex ATX um 1,19 Prozent tiefer bei 6.479,39 Punkten. Für den ATX Prime ging es um 1,17 Prozent auf 3.182,14 Zähler hinab.
Auch das europäische Börsenumfeld zeigte sich einheitlich im roten Bereich. Zuvor hatten die Asien-Märkte uneinheitliche Vorgaben geliefert. Bei den US-Techwerten zeichnet sich nach dem negativen Wochenausklang heute eine Erholung ab.
Die jüngste Schwäche am US-Aktienmarkt war von Sorgen über die Finanzierungskosten der KI-Konzerne sowie ölpreisbedingter Inflation geprägt. Der Anlagestratege Mislav Matejka von JPMorgan beruhigte die Anleger inzwischen zumindest im Hinblick auf die zuletzt massiv gestiegenen Anleihezinsen. Er bleibe dabei, dass der Anstieg übertrieben gewesen sei, so der Experte.
Zu den Aktien im Fokus zählten bis dato BAWAG, die nach Vorlage von Ergebnissen um 2,2 Prozent nachgaben. Die BAWAG hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 mehr eingenommen und mehr Gewinn erzielt. Der Nettozinsertrag wuchs gegenüber der Vorjahresperiode um 7 Prozent auf rund 1,47 Mrd. Euro, der Provisionsüberschuss stieg um 11 Prozent auf 302,1 Mio. Euro, wie das Geldhaus mitteilte. Unterm Strich stand ein Gewinn von 734,8 Mio. Euro, um 17 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. Die Ziele für das Gesamtjahr wurden bestätigt. Die Erste Group schrieb in einem Morgenkommentar von "soliden Ergebnissen für das dritte Quartal, weitgehend im Rahmen der Erwartungen".
Bankaktien fanden sich allerdings europaweit auf den Verkaufslisten der Anleger. Unter den weiteren im ATX schwer gewichteten Bank-Titeln büßten RBI zu Mittag 1,3 Prozent an Wert ein. Erste Group-Titel schwächten sich um 1,5 Prozent ab.
Aktien aus dem Öl-Sektor zeigten sich trotz gesunkener Rohölnotierungen hingegen europaweit unter den Gewinnern. In Wien zogen OMV um 0,3 Prozent an, SBO-Aktien konnten 0,2 Prozent zulegen.
Der US-Drohnenentwickler Red Cat Holdings will Steyr Motors übernehmen und hat ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien des heimischen Motorenherstellers vorgelegt. Der Angebotspreis soll 39,00 Euro je Steyr-Aktie in bar betragen, wie das US-Unternehmen Montagfrüh mitteilte. Die an den Börsen in Frankfurt und Wien notierten Steyr-Titel sprangen um gut 20 Prozent auf 36,84 Euro hoch.
ger/moe
ISIN AT0000999982