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Deutsche Börse-News: "Stimmung am Rentenmarkt kann sich schnell drehen" Anleihen

Die verschlechterte Risikostimmung rund um US-Tech-Aktien hat Staatsanleihen wieder beliebter gemacht. Auch KI-Anleihen sind nicht mehr so gefragt. Ob die Entspannung bezüglich der Staatsanleihen anhält, ist aber ungewiss.

16. Oktober 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Erst deutlich nach oben, dann deutlich nach unten - bei den Renditen kam es diese Woche zu einer Berg- und Talfahrt. Zur Wochenmitte hatte die unerwartet hohe US-Inflation von 3,7 Prozent die Sorgen vor steigenden Leitzinsen geschürt und damit die Renditen in die Höhe getrieben. Am gestrigen Donnerstag kam die Gegenbewegung. Die Renditen sanken wieder.

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"Der weltweite Ausverkauf bei Technologie- und KI-Aktien verstärkt die Nachfrage nach Staatsanleihen", bemerkt Tim Oechsner, der für die Steubing AG Anleihen handelt. "Das Anleiheuniversum erfreute sich gestern ordentlicher Safe-Haven-Nachfrage, ausgelöst durch den KI-Ausverkauf", berichtet auch Metzler-Analyst Leon Ferdinand Bost. "Kein Wunder, denn die zuletzt merklich gestiegenen Renditen von Staatsanleihen wirken mit Zweifeln an der Standfestigkeit des KI-Booms umso attraktiver."

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt am Freitagmittag bei 3,42 Prozent nach 3,47 Prozent vor einer Woche und in der Spitze 3,65 Prozent Ende September. Auch in den USA hat sich die Lage entspannt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt aktuell bei 5,09 nach 5,24 Prozent vor einer Woche.

"Kein Beleg für nachhaltige Trendwende"

"Die Handelswoche zeigt, wie schnell sich die Stimmung am Rentenmarkt drehen kann", kommentiert Oechsner. Entscheidend bleibe das Spannungsfeld zwischen hartnäckiger Inflation und steigenden Konjunktur- und Kreditrisiken. Für Anleiheinvestoren bedeute das weiterhin erhöhte Schwankungen. Zugleich eröffneten die hohen Renditen neue Einstiegsmöglichkeiten. "Die aktuelle Erholung ist allerdings noch kein Beleg für eine nachhaltige Trendwende."

Aus dem Handel mit Staats- und staatsnahen Anleihen meldet Oechsner gute Umsätze mit Bonds der Europäische Union (EU000A3K4ES4) und italienischen Langläufern (IT0004923998). Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank sieht Käufe für eine NordLB-Anleihe (DE000NLB57Z0).

Arthur Brunner von der ICF beobachtet großes Interesse an Währungsanleihen, vor allem solche in US-Dollar, australischen Dollar und norwegischen Kronen. "Die höheren Renditen locken, ebenfalls der zuletzt schwächere Euro." Ein Beispiel: eine norwegische Staatsanleihe in Kronen mit Laufzeit bis 2029 und aktuell 4,76 Prozent (NO0010844079).

Zweifel speziell an hochverschuldeten KI-Unternehmen

Nicht nur KI-Aktien gerieten diese Woche unter Druck, auch Anleihen der KI-Unternehmen. "Anleger bewerten die hohe Verschuldung zunehmend kritisch", bemerkt Oechsner. Wie die Commerzbank berichtet, zeigen sich die Sorgen vor allem bei Papieren hoch verschuldeter Unternehmen wie Cloud-Computing-Anbieter CoreWeave (USU2069EAC40). "Hier stiegen innerhalb einer Woche die Kosten für eine fünfjährige Ausfallversicherung (CDS) um 220 auf 1117 Basispunkte."

Große deutsche Unternehmen gesucht

Bekannte deutsche Namen bleiben unterdessen gefragt. Gregor Daniel sieht Käufe für Anleihen von BMW mit Fälligkeit 2031 und aktueller Rendite von 3,94 Prozent (XS3075490188) und Deutsche Pfandbriefbank 2028 und 2029 mit 4,48 und 4,62 Prozent (DE000A382665, DE000A3827B8). Oechsner berichtet von guten Umsätzen für Bonds von Evonik (DE000A185QB3), Siemens (DE000A1UDWN5), Würth (XS2911681083), Eon (XS3171591889) sowie Deutsche Bahn (XS2624017070).

PNE unter Druck, Katjes International beliebt

Dass der Wind- und Solarprojektierer PNE die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 gesenkt hat, führte zu Kursverlusten beider Anleihen, wie Daniel außerdem erklärt. Die bis 2027 laufende wird am Freitagmorgen zu 97 Prozent gehandelt (DE000A30VJW3), die bis 2031 laufende zu 93 Prozent (DE000A460J75). "Die Aktie hat es härter erwischt", bemerkt Daniel. Brunner meldet eine gute Nachfrage nach der bis 2028 laufenden Anleihe von Katjes International (NO0012888769). Für die geplante Unternehmensanleihe der Katjesgreenfood mit Fälligkeit 2031 wurde der Zinssatz nun auf 8 Prozent festgelegt, im unteren Drittel der ursprünglich kommunizierten Zinsspanne von 7,75 bis 8,50 Prozent (NO0013759555).

Von Anna-Maria Borse, 16. Oktober 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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