ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx gibt nach - Zürich und London stark
Der EuroStoxx 50 hat
am Donnerstag einen Großteil seiner im Handelsverlauf erlittenen
Verluste wettgemacht. Am Ende stand bei dem Leitindex der Eurozone
noch ein Minus von 0,36 Prozent auf 6.168,26 Punkte zu Buche.
Hohe Energiepreise und die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen hätten
die Stimmung letztlich etwas belastet, schrieb Marktanalyst Andreas
Lipkow vom Broker CMC Markets. Allerdings kam im späten Handel
Rückenwind aus den USA, denn die dortigen Technologie-Aktien
grenzten ihre anfänglichen Verluste ein.
Außerhalb der Euroregion gewann der SMI 1,55 Prozent
auf 14.349,51 Punkte. Der Schweizer Leitindex profitierte damit von
den Gewinnen der defensiven Schwergewichte.
Der britische FTSE 100 legte um 1,08 Prozent auf
10.840,35 Punkte zu. Unterstützung hätten hier überraschend robuste
Konjunkturdaten geliefert, merkte Lipkow dazu an. So zog die
Industrieproduktionen in Großbritannien im August unerwartet und
deutlich an.
Technologiewerte standen europaweit unter Druck.
Verantwortlich waren negative Vorgaben aus den USA und Asien. Damit
setzte sich die Korrektur des hoch bewerteten Sektors fort. Thomas
Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sprach von Sorgen vor
einer stärkeren Abwärtswelle.
Damit büßten die Aktien von ASML rund vier Prozent
ein. Besser hielten sich die Anteilsscheine von SAP ,
die ihre Erholungsbewegung mit deutlichen Zuwächsen fortsetzten.
Verhalten war auch die Entwicklung des Bankensektors .
Hier standen Aktien von Nordea unter Druck und fielen
am EuroStoxx-Ende um fast acht Prozent. Die jüngsten Geschäftszahlen
hätten zwar mehr oder minder im Rahmen der Erwartungen gelegen,
betonten die Analysten von Jefferies. Allerdings habe die Bank
angekündigt, wegen der derzeit laufenden Überprüfung der
Kapitalbasis durch die Europäische Zentralbank zunächst keine
weiteren eigenen Aktien zurückzukaufen.
In London hingegen legten die Aktien der Banken Barclays
, Lloyds und NatWest zu.
Hier stützten Äußerungen des britischen Finanzministers John Healey,
wonach Banken ein Teil des Juwels in der Krone der britischen
Wirtschaft seien. Am Markt wurde dies als mögliches Signal dafür
verstanden, dass der Sektor einer möglichen Sondersteuer auf Gewinne
entgehen könnte.
Gefragt waren europaweit die defensiven Branchen. Die Stärke des
Telekomsektors resultierte neben den Gewinnen
klassischer Titel wie Deutsche Telekom auch aus dem
Kurssprung von Ericsson in Höhe von fast sieben
Prozent. Die Aktien des schwedischen Telekomausrüsters reagierten
damit auf die jüngsten Quartalszahlen. Die Analysten von Bernstein
Research sprachen von deutlich über den Erwartungen liegenden
Umsätzen und Gewinnen. Dabei habe sich vor allem das
Netzwerk-Geschäft in Japan und Indien positiv ausgewirkt.
Im Versicherungssektor legten die Aktien von Zurich
mit einem Plus von knapp drei Prozent auf 608,20 Franken deutlich
zu. Hier hatte Jefferies das Kursziel von 520 auf 620 Franken
angehoben. Nach der Übernahme von Beazley dürften 2027 und 2028
Kapital- und Kostensynergien zum Tragen kommen, schrieb Analyst
Philip Kett.
Unter den kleineren Schweizer Werten gewannen DocMorris
3,6 Prozent. Die Online-Apotheke hatte im dritten
Quartal 2026 das Wachstum deutlich beschleunigt./la/jha/