Deutsche Börse-News: Viele neue Mitglieder im Scale-Segment (Nebenwerte)
Rund 20 Unternehmen sind dieses Jahr schon aus dem regulierten Markt ins Scale-Segment gewechselt oder wollen es tun. Die Kursentwicklung ist - gemessen am Scale All Share-Index - weiter überzeugend.
15. Oktober 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Das Scale-Segment macht im Moment nicht unbedingt durch die Kursentwicklung auf sich aufmerksam - obwohl die sich sehen lassen kann. Trotz Verlusten nach dem Vierjahreshoch von 1.756 Punkten Anfang Juni kommt der Scale All Share-Index mit aktuell 1.433 Punkten seit Jahresanfang immer noch auf ein Plus von gut 4 Prozent. Damit liegt der Index zwar leicht unter dem SDAX (5 Prozent), schneidet aber besser ab als DAX (3 Prozent) und MDAX (minus 3 Prozent).
Größeres Thema ist allerdings derzeit die Wechselwelle ins Scale-Segment. Hintergrund ist das "Gesetz zur Förderung privater Investitionen und des Finanzstandorts", kurz Standortfördergesetz. Das erleichtert den Segmentwechsel und hat die Zahl der Scale-Mitglieder auf über 50 steigen lassen.
"Resterampe" oder "passgenaue Börsenheimat"?
Dass das ursprünglich als Einstiegsmarkt konzipierte Scale-Segment nun von so vielen Unternehmen aus höheren Segmenten genutzt wird, ruft auch Kritiker auf den Plan. "Das Börsensegment Scale soll ein Sprungbrett für junge Firmen sein. Nun droht es, zur Resterampe zu werden", schrieb etwa die WirtschaftsWoche. Das Kapitalmarktportal goingpublic.de hat sich ausführlich diesem Thema gewidmet und kommt zu einem anderen Schluss. "Differenzierte Listing-Möglichkeiten erlauben es Börsenaspiranten und Emittenten, eine passgenaue Börsenheimat zu wählen", erklärt Autor Oliver Vollbrecht.
Die Anforderungen im Regulierten Markt und die damit verbundene Komplexität seien für kleinere Unternehmen anspruchsvoll. "Scale funktioniert wie Börse, fühlt sich an wie Börse, gehört aber als Teil des Freiverkehrs nicht zum gesetzlich Regulierten Markt. Das bringt für Emittenten im Vergleich zu General oder Prime Standard erhebliche Erleichterungen", erklärt er. In Verbindung mit der Handelbarkeit auf Xetra biete Scale daher eine reizvolle Alternative. Er rechnet mit weiteren Wechslern.
Mehr dazu: goingpublic.de/going-public/die-downlisting-welle-rollt/
Wechselwelle ins Scale-Segment
Bereits ins Scale-Segment gewechselt sind Cenit (DE0005407100),
ecotel communication (DE0005854343), FCR Immobilien (DE000A1YC913),
PEH Wertpapier (DE0006201403), H+R KGAA (DE000A2E4T77), Gateway Real
Estate (DE000A0JJTG7), FamiCord (DE000A0BL849), A.S. Création
Tapeten (DE000A1TNNN5) sowie die FRIWO AG ( SCP mit Kursverdreifachung Für die immer noch gute Kursentwicklung dieses Jahr sind allerdings
andere verantwortlich, etwa SCP Standard Capital Partners, Nynomic,
Deutsche Rohstoff und 2G Energy. Der Kurs der Beteiligungsgesellschaft SCP Standard Capital Partners
(DE000A12UPJ7) - ehemals PAL Next und davor Pantaflix - hat sich
seit Juli sogar mehr als verdreifacht auf 3,32 Euro am
Donnerstagmorgen. Hintergrund ist die strategische Neuausrichtung
auf Rüstungstechnologie durch die Übernahme zweier Unternehmen:
Vanea Technologies und Nocturne Technologies. Vanea hat sich auf die
Entwicklung von Verteidigungslösungen für die autonome Kriegsführung
spezialisiert, Nocturne auf Drohnenabwehr. Geplant ist auch eine
Umfirmierung in Vanea AG. Auch Nynomic, 2G, Deutsche Rohstoff und Cantourage vorne Ebenfalls sehr gut läuft es dieses Jahr für Nynomic (DE000A0MSN11),
den Anbieter optischer Messtechnik mit Schwerpunkt Clean Tech, Green
Tech und Life Science. Die Aktie wurde nach 10 Euro Anfang des
Jahres in der Spitze über 28 Euro gehandelt, aktuell sind es immer
noch 24,70 Euro. Der Anbieter von Großwärmepumpen und Blockheizkraftwerken 2G Energy
(DE000A0HL8N9) hat seine Kurshochs vom Juli zwar nicht wieder
erreicht, seit Jahresanfang ergibt sich aber immer noch ein Anstieg
von 35 auf 54 Euro. Ölförderer Deutsche Rohstoff (DE000A0XYG76) kommt ebenfalls an die
Höchststände vom Sommer nicht mehr heran, hält sich aber auf hohem
Niveau bei aktuell 85 Euro - nach 49 Euro zu Jahresanfang. Auch Cannabis-Anbieter Cantourage (DE000A3DSV01) gehört - trotz
jüngster Kursverluste - dieses Jahr zu den Gewinnern mit einem
Kursanstieg von 3,40 auf 4,86 Euro. 2G mit meisten Umsätzen Umsatzspitzenreiter im Scale-Segment war im September 2G Energy (65
Millionen Euro), gefolgt von Pfisterer (51 Millionen Euro), Deutsche
Rohstoff (18 Millionen Euro), Innoscripta (12 Millionen Euro) und
Nynomic (10 Millionen Euro). Seit Jahresanfang gerechnet steht
weiter 2G vorne. Dann kommen Deutsche Rohstoff und Mensch und
Maschine. Innoscripta mit Problemen Rasant nach unten von 88 auf 32 Euro ging es Anfang des Monats für
innoscripta (DE000A40QVM8), spezialisiert auf Beratung rund um die
Beantragung von Fördermitteln. An den beiden Standorten Tutzing und
München gab es Durchsuchungen, basierend auf Beschlüssen des
Amtsgerichts Schwäbisch Gmünd. Der Grund: Verdacht auf Beihilfe zur
Erlangung nicht gerechtfertigter Steuervorteile bei der Beantragung
von Forschungszulagen durch einzelne Kunden. CEO Michael Hohenester
zeigte sich von den Durchsuchungen völlig überrascht und unterstrich
das große Interesse an einer lückenlosen Aufklärung. Nun sind
externe Kanzleien im Auftrag des Unternehmens eingeschaltet. Aktuell
wird die Aktie wieder zu knapp 45 Euro gehandelt. Von Anna-Maria Borse © 15. Oktober 2026, Deutsche Börse AG (Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG
verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und
Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.) AXC0221 2026-10-15/16:08
Relevante Links: Schloss Wachenheim AG, Schweizer Electronic AG, Biofrontera AG, FRIWO AG, Elumeo SE, Müller - Die lila Logistik SE, Cantourage Group SE, Deutsche Rohstoff AG, exceet Group SCA, H&R GmbH & Co KGaA, 2G Energy AG, ecotel communication ag, Wüstenrot & Württembergische AG, InTiCa Systems AG, 3U HOLDING AG, FCR Immobilien AG, Cenit AG, Gateway Real Estate AG, Nynomic AG, A.S. Création Tapeten AG, PANTAFLIX AG, PEH Wertpapier AG, VITA 34 AG