AKTIEN IM FOKUS: US-Techwerte leiden unter Zinssorgen - Coreweave knickt ein
Die Furcht vor sinkenden Bewertungen und
höheren Finanzierungskosten hat am Mittwoch die jüngste Talfahrt der
US-Technologiewerte beschleunigt. Der Branchenindex Nasdaq 100
Auslöser das Kursrutsches zur Wochenmitte waren stärker als erwartet gestiegene US-Verbraucherpreise im September. Anleger fürchten nun, dass die US-Notenbank die Leitzinsen zur Bekämpfung der Teuerung früher und öfter als bislang gedacht anheben muss.
Höhere Zinsen aber können Technologiewerten in vielerlei Hinsicht schaden. So trifft die mit einer strafferen Geldpolitik verbundene Abkühlung der wirtschaftlichen Aktivitäten die konjunktursensiblen Tech-Unternehmen besonders.
Des weiteren bedeuten höhere Zinsen, dass die in Zukunft erwarteten Gewinne der Unternehmen aus heutiger Sicht weniger wert sind. Dies belastet die Technologiebranche besonders, weil sie die Hoffnung auf besonders hohe, zukünftige Erträge geweckt hat. In der Folge besteht die Gefahr, dass viel Luft aus der Bewertung der Aktien entweichen kann.
Ferner verteuern sich mit höheren Zinsen die Refinanzierungskosten der Unternehmen. Diesem Aspekt wurde bis zuletzt eher weniger Aufmerksamkeit gewidmet, da man am Markt der Auffassung war, dass die großen Tech-Unternehmen keine bedeutenden Finanzierungsschwierigkeiten haben.
Allerdings blicken die Anleger mittlerweile differenzierter auf das Thema, denn der weltweite Wettbewerb um Finanzmittel hat zuletzt stark an Fahrt aufgenommen. So buhlen Tech-Unternehmen um Geld, um ihre erheblichen Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) finanzieren zu können, während sich Staaten am Anleihenmarkt immer weiter verschulden.
In diesem Umfeld zogen Anleger zur Wochenmitte bei Coreweave
Die Aktien von Coreweave sackten um fast 16 Prozent auf 65,55 US-Dollar ab und fielen auf das Niveau von Ende Juli zurück. Damit waren sie das Schlusslicht im Nasdaq 100.
Coreweave ist mit seinen KI-Cloud-Diensten in einem Umfeld
unterwegs, in dem sich große und sehr finanzkräftige, sogenannte
Hyperscaler wie Amazon
Der Vorstandsvorsitzende von Coreweave, Mike Intrator, sagte, der Markt verhalte sich "irrational", und er habe weiterhin Vertrauen in das Geschäftsmodell seines Unternehmens. Der Auftragsbestand sei groß genug, um die Verbindlichkeiten mehr als abzudecken.
Derweil wurden auch die Papiere von Amazon, Alphabet und Microsoft von dem allgemeinen Sog erfasst. Sie fielen um jeweils rund zwei Prozent und schlugen sich damit noch etwas besser als der Gesamtmarkt./la/he
ISIN US02079K3059 US5949181045 US0231351067 US21873S1087
AXC0317 2026-10-14/21:25
Relevante Links: Alphabet Inc., Amazon.com Inc., CoreWeave, Inc., Microsoft Corp.