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Wiener Börse - ATX steigt um über ein Prozent / Iran-Krieg im Fokus - Sattes Plus für Lenzing

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Der Wiener Aktienmarkt ist am Montag mit deutlichen Gewinnen in die Woche gestartet. Der heimische Leitindex ATX schloss mit einem Plus von 1,01 Prozent bei 6.609,76 Punkten. Der ATX Prime legte um 0,94 Prozent auf 3.243,06 Zähler zu. Auch an anderen Börsen in Europa gab es Aufschläge.

Im Fokus bleibt in der neuen Handelswoche der Iran-Krieg. Im Ringen um eine Öffnung der für den weltweiten Öl- und Gastransport enorm wichtigen Straße von Hormuz zeichnen sich weiterhin keine greifbaren Fortschritte ab. Nach Angaben eines Sprechers des iranischen Außenministeriums ist Teheran nach wie vor dabei, die Reaktion der USA auf einen Vorschlag der Islamischen Republik zu prüfen. Erst danach werde man über Mittelsleute Washington eine Antwort zukommen lassen. Hinzu kam am Wochenende die Eskalation des Konflikt zwischen der vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Miliz und Saudi-Arabien.

Im Verlauf drehte der Ölpreis ins Plus. Dabei wurde auf die jüngste Entwicklung im Krieg zwischen der Ukraine und Russland verwiesen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte die USA auf, Russland zur Einhaltung der von US-Präsident Donald Trump verkündeten begrenzten Energie-Waffenruhe anzuhalten. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass man keine Waffenruhe, sondern "einen dauerhaften Frieden" suche. Man sei "in Kontakt", man werde die Öffentlichkeit informieren, "sobald es soweit ist".

Keine Impulse für den Aktienmarkt kommen aktuell durch Unternehmensergebnisse. Die Berichtssaison in Europa und in den USA läuft diese Woche langsam an. Allerdings fand der heimische Leitindex in den Papieren von Lenzing eine kräftige Unterstützung. Nach deutlichen Kursverlusten in der Vorwoche ging es zum Wochenstart für die Werte des Faserkonzerns um 8,19 Prozent nach oben, wobei diese im Tagesverlauf bis zu einem satten Plus von bis zu 13,71 Prozent geklettert waren.

Gesucht waren auch Banken- und Versicherungswerte. RBI stiegen um 2,78 Prozent. BAWAG und Erste Group verbesserten sich um jeweils rund 1 Prozent. Die Uniqa gewann 3,13 Prozent an Kurswert. Zudem kletterten Palfinger um 1,53 Prozent nach oben.

Im prime market gab es für Semperit ein Plus von 4,84 Prozent. Der in Wien ansässige, Gummi- und Kautschukkonzern hat seine Prognose für das operative Ergebnis im Gesamtjahr 2026 erhöht. Nunmehr rechnet das Unternehmen mit einem operativen EBITDA von rund 115 Mio. Euro, nachdem die Erwartungen bisher bei rund 100 Mio. Euro gelegen waren. Hintergrund ist ein besserer Geschäftsverlauf im dritten Quartal 2026, geht aus einer Aussendung vom Montag hervor. Die Experten der Baader Bank beließen ihr Kursziel für die Semperit-Aktien bei 20,00 Euro bzw. die Kaufempfehlung auf "Buy".

Die Analysten der Wiener Privatbank bestätigten ihre Empfehlung für die Aktien der Wienerberger bei "Halten", kürzten aber das Kursziel ("fairer Wert") von 23,10 auf 16.40 Euro. "Das Marktumfeld dürfte kurz- bis mittelfristig herausfordernd bleiben, weshalb wir Kapazitätsanpassungen und temporäre Produktionsstilllegungen erwarten. Angesichts des erhöhten Zinsniveaus sehen wir keine kurzfristige Erholung im Wohnungsneubau, während auch Renovierung und Infrastruktur unter dem Inflationsumfeld leiden dürften", schrieb der zuständige Experte Nicolas Kneip. Die Wienerberger-Aktien fielen um 0,45 Prozent auf 15,33 Euro.

Zu den wenigen ATX-Verlierern gehörten außerdem CA Immo (-0,71 Prozent) und voestalpine (-0,40 Prozent). Im prime market waren dies etwa die IT-Dienstleister Kapsch TrafficCom (-3,10 Prozent) und Austriacard (-1,92 Prozent).

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