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Ölpreise gefallen - Dementi zu angeblich neuen US-Angriffen

Die Ölpreise haben am Freitag nachgegeben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent fiel auf 103,20 Punkte. Damit sank der Preis um 1,04 Prozent zum Vortag.

Donnerstag war der Brent-Preis angesichts eines Medienberichts über den Plan zu neuen US-Angriffen auf den Iran vor den Zwischenwahlen zunächst in der Spitze bis auf fast 106 US-Dollar angestiegen. Ein Dementi von US-Präsident Donald Trump sorgte dann am Abend europäischer Zeit für eine Gegenbewegung, die sich am Freitag fortsetzte. Die Aufschläge vom Donnerstag wurden nur teilweise abgegeben.

"Wir werden den Iran zu keinem Zeitpunkt vor den Zwischenwahlen, die am 3. November in den Vereinigten Staaten stattfinden, angreifen", schrieb US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die US-Regierung führe unterdessen "konstruktive Gespräche" mit Teheran, schrieb Trump weiter. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hatte zuvor auf seinem Telegram-Kanal geschrieben, dass die Regierung in Teheran eine Antwort aus den USA prüfe. Man habe Washington einen "Sieben-Tage-Plan" übermittelt und eine Antwort erhalten - darauf wolle man in wenigen Tagen reagieren, hieß es.

Zuvor hatten mehrere US-Medien darüber berichtet, dass die US-Regierung in ihrem festgefahrenen Krieg neue Angriffe auf Ziele im Iran erwägt. Dabei könnten größere Militäreinsätze in den kommenden Wochen noch vor den wichtigen US-Zwischenwahlen wieder aufgenommen werden, hatten das Nachrichtenportal "Axios" und der US-Sender NBC News unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet. Eine Entscheidung darüber sei allerdings bislang nicht gefallen.

Die Ölpreise haben seit Anfang Oktober stark geschwankt. Der anhaltende Krieg zwischen den USA und dem Iran sorgt für Unsicherheit am Markt. Einerseits haben die Öllieferungen aus dem Nahen Osten wieder zugenommen. Andererseits häufen sich Angriffe auf Schiffe, während die Versorgung mit Ölprodukten angespannt bleibt. Stark gestiegene Frachtraten und neue Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und den vom Iran unterstützten Huthi im Jemen verstärken die Unsicherheit.

Trump sagte zudem, allein in der vergangenen Nacht seien 22 Millionen Barrel Öl durch die Straße von Hormus transportiert worden. Einzelheiten nannte er nicht. Die Menge würde das übliche tägliche Transportvolumen vor Kriegsbeginn übertreffen und liegt über den jüngsten Schätzungen von Branchenvertretern. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit den Weltmärkten.

"Das Risiko, dass eine weitere militärische Eskalation diese Lieferungen unterbrechen könnte, hält die Händler davon ab, stärker auf fallende Preise zu setzen und sich auf einen dauerhaften Rückgang unter 100 US-Dollar einzustellen", sagte Chris Weston vom Finanzdienstleister Pepperstone der Nachrichtenagentur Bloomberg. Am Markt stünden sich geopolitische Risikoaufschläge und die verbesserte tatsächliche Versorgungslage gegenüber.

In der kommenden Woche stehen zudem einige wichtige Daten für den Ölmarkt auf dem Kalender. Die Opec und die Internationale Energieagentur (IEA) veröffentlichen ihre Monatsberichte. "Von Interesse sind zudem Chinas Handelsdaten, insbesondere die zu den Rohöleinfuhren und Ölproduktausfuhren", schreibt Commerzbank-Expertin Barbara Lambrecht. "Schließlich hat China seit Beginn des Iran-Kriegs mit geringeren Rohölimporten und größeren Produktausfuhren wesentlich zur Entlastung am Markt beigetragen."/jsl/he

AXC0158 2026-10-09/15:37

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