ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Talfahrt geht weiter
Europas wichtigste Aktienmärkte
haben ihre jüngste Verlustserie am Donnerstag ausgebaut. Der
EuroStoxx 50 schloss 0,87 Prozent tiefer bei 6.126,73
Punkten. Außerhalb der Euroregion gab der Schweizer Leitindex SMI
um 1,24 Prozent auf 13.637,00 Punkte nach. Der
britische FTSE 100 verlor lediglich 0,16 Prozent auf
10.441,60 Zähler. Dabei verhinderten starke Ölwerte größere
Einbußen.
"Hohe Ölpreise und Anleiherenditen sowie die anhaltenden politischen
Sorgen rund um Frankreich bilden einen Dreiklang, der die
Risikobereitschaft der Anleger dämpft", kommentierte Marktanalyst
Timo Emden von CapTrader die Schwächephase. "Von der Hoffnung auf
einen Goldenen Oktober müssen sich Investoren fürs Erste
verabschieden."
Schwächster Sektor waren die Pharmawerte. Ein Kurseinbruch des
Biotech-Unternehmens Argenx von fast 16 Prozent
belastete. Das Unternehmen hatte eine weit vorangeschrittene
Phase-III-Studie mit dem Wirkstoff Efgartigimod Sc zur Behandlung
des Sjögren-Syndroms gestoppt. Dabei handelt es sich um eine
Autoimmunerkrankung, zu deren Symptomen unter anderem starke
Erschöpfung und extreme Trockenheit von Mund und Augen gehören.
Erneut schwach waren auch die Bankenwerte. Damit hielt die
Risikoaversion in dem Sektor an. Der Blick gilt der Verschuldung
Frankreichs und dem gestiegenen Risikoaufschlag französischer
Staatsanleihen. Zu den schwächsten Sektortiteln gehörten Santander
, Unicredit und Intesa Sanpaolo
mit Kursverlusten von jeweils rund drei Prozent.
Halbleitertitel litten unter den Vorgaben aus Asien, wo die Zahlen
von Samsung nicht ganz die extrem hohen
Markterwartungen erfüllt hatten. Aktien der Autozulieferer standen
im Schatten einer Gewinnwarnung des französischen Autozulieferers
OPMobility . Die Aktie brach um fast 21 Prozent ein
und zog auch andere Werte des Sektors wie Valeo um
7,5 Prozent nach unten.
Positive Ausnahme im schwächelnden Markt waren die Papiere von Tesco
mit plus 5,2 Prozent. Die Halbjahreszahlen des
britischen Einzelhändlers seien besser als erwartet ausgefallen,
bemerkten die Analysten der kanadischen RBC. Die Experten von
Jefferies hoben die robuste Marge hervor./edh/he