dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN vom 08.10.2026 - 15.15 Uhr
ROUNDUP: Argenx erleidet Studienflop mit Mittel gegen
Autoimmunkrankheit Sjögren
AMSTERDAM - Das Biotechunternehmen Argenx hat bei
seinen Medikamententests einen Rückschlag hinnehmen müssen. Das
Unternehmen stoppte eine weit vorangeschrittene Phase-III-Studie mit
dem Wirkstoff Efgartigimod Sc zur Behandlung des Sjögren-Syndroms.
An der Börse sorgte die Nachricht für einen prozentual zweistelligen
Kurseinbruch. Da half auch nicht, dass Argenx zugleich bei einem
weiteren Medikament positive Studienergebnisse zu vermelden hatte.
Mit einer Studie zu einem möglichen Medikament gegen Zöliakie hatte
das Unternehmen Erfolg.
ROUNDUP: Chefwechsel bei Fresenius Medical Care - Aktie unter Druck
BAD HOMBURG - Überraschender Wechsel an der Spitze von Fresenius
Medical Care (FMC) : Nach knapp vier Jahren als
Vorstandschefin muss Helen Giza ihren Posten räumen und scheidet in
Kürze aus dem Dialysekonzern aus. Ihr nachfolgen wird bereits am
kommenden Montag (12. Oktober) Shervin Korangy. Der 51-jährige
Manager saß seit 2023 im Aufsichtsrat und ist von dem Gremium
einstimmig als neuer Konzernlenker bestellt worden, wie FMC am
Vorabend mitteilte. Sein Mandat im Aufsichtsrat hat er nun
niedergelegt. An der Börse wurden die Anleger von der
Personalrochade kalt erwischt, das Papier rutschte am Donnerstag
weiter ab.
Samsung mit Rekordergebnis dank sprunghaft anziehender
Speicherchippreise
SUWON - Der Elektronikriese Samsung Electronics hat
im dritten Quartal dank der massiv gestiegenen Preisen für
Speicherchips ein Rekordergebnis eingefahren. Der operative Gewinn
stieg vorläufigen Zahlen zufolge auf rund 107 Billionen koreanische
Won (71 Mrd Euro) und damit auf fast das Neunfache des Werts von
einem Jahr zuvor, wie die Koreaner am Donnerstag in Suwon
mitteilten. Der Umsatz lag näherungsweise bei 195 Billionen Won und
zog damit auf mehr als das Doppelte an. Mit beiden Werten schnitt
der Konzern, der im Handygeschäft mit Apple
konkurriert, aber nicht so gut ab wie von Anlegern erhofft. Die
Aktie verlor in Seoul knapp zwei Prozent.
Daimler Truck verkauft deutlich mehr als im schwachen
Vorjahresquartal
LEINFELDEN-ECHTERDINGEN - Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck
hat im dritten Quartal deutlich mehr Lkw an die
Kunden verkauft als im sehr schwachen Vorjahreszeitraum. In den drei
Monaten setzte der Dax-Konzern insgesamt 91.260
Fahrzeuge ab und damit 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die
Schwaben am Donnerstag in Leinfelden-Echterdingen mitteilten.
Insbesondere in der für das Unternehmen lukrativsten Region
Nordamerika legten die Verkäufe mit einem Anstieg von über der
Hälfte deutlich zu. Dort waren im Vorjahr wegen der Zollkapriolen
von US-Präsident Donald Trump die Verkäufe eingebrochen. Aber auch
die vor allem in Europa und Südamerika starke Lkw-Marke
Mercedes-Benz konnte ihre Verkäufe steigern, während es bei den
Bussen und bei Elektro-LKW schlechter lief.
Größter Chipfertiger TSMC steigert Umsatz im KI-Boom um die Hälfte
HSINCHU - Der weltgrößte Chipauftragsfertiger TSMC
macht im Boom des Ausbaus von KI-Rechenzentren weiter glänzende
Geschäfte. Der Umsatz im abgelaufenen dritten Quartal kletterte um
51 Prozent auf 1,49 Billionen Taiwan-Dollar (41,7 Mrd Euro), wie aus
dem monatlichen Umsatzbericht des taiwanischen Konzerns am
Donnerstag hervorgeht. Mit dem Quartalsumsatz übertraf TSMC die
Erwartungen von Experten etwas. Für die zuletzt gut gelaufene Aktie
ging es dennoch etwas nach unten.
PURCHASE - Beim Getränke- und Snackhersteller Pepsico
zieht sich die erhoffte Erholung im wichtigen Nordamerika-Geschäft
weiter hin. Wegen steigender Kosten rechnet sich Konzernchef Ramon
Laguarta nun einen geringeren Ergebnisanstieg im laufenden
Geschäftsjahr aus. Im abgelaufenen Quartal lief es indes besser als
befürchtet. Der Aktienkurs stieg im vorbörslichen US-Handel um gut
zwei Prozent.
ROUNDUP 2/Gericht: Fernverkehrsbeschluss der Netzagentur
rechtswidrig
KÖLN - Die Deutsche Bahn muss Wettbewerbern im Fernverkehr auf
hochbelasteten Strecken nach einer Entscheidung des
Verwaltungsgerichts Köln doch nicht mindestens ein Viertel der
Kapazitäten freiräumen. Das Gericht erklärte einen Beschluss der
Bundesnetzagentur, der den Schienennetzbetreiber DB InfraGo zu einer
entsprechenden Wettbewerbsklausel verpflichtet, in einem
Eilbeschluss für rechtswidrig. Die Entscheidung kann nicht
angefochten werden.
ROUNDUP: Ryanair kappt Flugprogramm - Berlin verliert am meisten
DUBLIN/BERLIN - Europas größter Billigflieger Ryanair
streicht sein Angebot in Deutschland zusammen. Man werde im
kommenden Winterflugplan rund 700.000 Sitzplätze weniger anbieten
als vor einem Jahr, kündigt das irische Unternehmen an. Das sei ein
Rückgang um 10 Prozent im Vergleich zum Winter 2025/26. Gründe seien
die hohen Zugangskosten über staatliche Gebühren sowie die
"exorbitante" Luftverkehrsteuer in Deutschland.
BERLIN - Die Marine soll vier weitere Kampfschiffe zur U-Boot-Jagd
im Wert von 5,3 Milliarden Euro bekommen. Der Haushaltsausschuss des
Bundestages, der für die Genehmigung großer Rüstungsprojekte
zuständig ist, habe der Beschaffung von vier weiteren Fregatten des
Typs Meko A-200 des Kieler Marineschiffbauers TKMS
zugestimmt, teilte das Bundesverteidigungsministerium mit.
Monte dei Paschi spürt Gegenwind für Kauf von BPM und Banca Generali
SIENA/TRIEST/TURIN - Im Fusionspoker unter italienischen Banken muss
die einstige Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS)
einen Rückschlag hinnehmen. Eigentlich will die
MPS-Führung gleich zwei andere Institute kaufen und damit ihre
eigene Übernahme durch die Großbank Intesa Sanpaolo
verhindern. Großaktionäre der MPS stellten sich nun aber gegen das
Übernahmevorhaben des Finanzkonzerns. Die MPS-Aktien fielen am
Donnerstag um rund zweieinhalb Prozent.
Kostensenkungen: Südzucker schreibt wieder schwarze Zahlen
MANNHEIM - Der Südzucker-Konzern hat sich im ersten
Geschäftshalbjahr 2026/27 aus den roten Zahlen manövriert. In den
sechs Monaten bis Ende August erwirtschafteten die Mannheimer unter
dem Strich einen Überschuss von 61 Millionen Euro, wie sie am
Donnerstag mitteilten. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte
noch der schwache Zuckermarkt dem Unternehmen einen Verlust von 60
Millionen eingebrockt. Dieses Mal trieben unter anderem höhere
Preise für Ethanol, ein starkes Spezialitätengeschäft und gesunkene
Kosten das Ergebnis.