Wiener Börse erneut schwächer - ATX verliert 1,05 Prozent / Nach bereits sehr starken Vortagesabschlägen - Negatives europäisches Börsenumfeld mit höheren Ölpreisen im Blick
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Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Donnerstagvormittag mit einer erneut schwächeren Tendenz präsentiert. Der heimische Leitindex ATX gab im Frühhandel 1,05 Prozent auf 6.542,58 Punkte ab, nachdem er bereits zur Wochenmitte um sehr starke 2,65 Prozent nach unten gerasselt war. Auch an den europäischen Börsen ging es Verlauf mit den Aktienkursen weiter abwärts.
Die wieder anziehenden Ölpreise belasten die Stimmung, hieß es aus dem Handel. Negative Vorgaben hatten zudem die US-Börsen geliefert. Weiters hat sich laut Helaba-Experten die Situation am europäischen Rentenmarkt nicht verbessern können, die Euroraum-Spreads haben sich vielmehr wieder ausgeweitet - wenn auch nur leicht.
In einer europaweiten Branchenbetrachtung ging es erneut mit den Bankenwerten tief in die Verlustzone. Experten verwiesen auf angespannte Finanzlage der zweitgrößten Volkswirtschaft in der Eurozone, Frankreichs. In Wien rutschten die Titel von der Raiffeisen Bank International um 2,9 Prozent tiefer. Erste Group-Papiere verbilligten sich um 1,6 Prozent und BAWAG-Aktien schwächten sich um 1,9 Prozent ab.
Im Technologiebereich konnten sich die Anteilsscheine von AT&S nach einer positiveren Analystenmeinung um 0,9 Prozent auf 221,5 Euro verbessern. Die Experten von Deutsche Bank Research haben ihr Kursziel für die Aktien des Leiterplattenherstellers von 320,0 auf 380,0 Euro nach oben gesetzt. Die Kaufempfehlung "Buy" wurde gleichzeitig bestätigt.
AMAG (Austria Metall AG) legten 0,4 Prozent zu. Der Aluminiumkonzern hat seine Prognose für den operativen Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) für das Geschäftsjahr 2026 angehoben. Erwartet wird nun ein EBITDA von 200 bis 220 Mio. Euro, bisher wurde von 170 bis 190 Mio. Euro ausgegangen, wie das Unternehmen am Mittwochnachmittag mitteilte. Die Ergebnisentwicklung sei im dritten Quartal 2026 "in allen operativen Segmenten über den bisherigen Erwartungen" gelegen. Auch für das vierte Quartal rechnet die AMAG mit einer besseren Entwicklung als bisher angenommen.
Agrana-Titel tendierten nach Zahlenvorlage unverändert. Der Frucht-, Stärke- und Zuckerkonzern verbesserte das Konzernergebnis im ersten Halbjahr 2026/27 von 1,1 Mio. Euro in der Vorjahresperiode auf 37,5 Mio. Euro. Der Umsatz lag nahezu unverändert bei 1,7 Mrd. Euro.
Erneut mit einem Abwärtsschub zeigte sich die Lenzing-Aktie. Die Papiere des Faserherstellers büßten weitere acht Prozent ein. Nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung in der Vorwoche stehen die Titel stark unter Verkaufsdruck.
ste/ger
ISIN AT0000999982