ROUNDUP: VW-Tochter Porsche will sparen und Marge steigern - Aktie im Plus
Der schwächelnde Sport- und
Geländewagenbauer Porsche AG
"Mit unserer Strategie schaffen wir die Voraussetzungen, um Porsche in drei Phasen deutlich effizienter, produktiver und profitabler zu machen", sagte der seit Januar amtierende Konzernchef Michael Leiters laut Mitteilung. Aktuell gehe es vor allem darum, Kosten zu senken und Porsche finanziell robuster zu machen. Das ist nötig, weil Porsche sich vor allem im einst gewinnträchtigen Markt China auf dauerhaft weniger Geschäft einstellt.
Die operative Gewinnmarge im Konzern soll aber nach wie vor
mittelfristig 10 bis 15 Prozent erreichen und langfristig das obere
Ende dieser Spanne. Im ersten Halbjahr 2026 waren es 7,8 Prozent.
Absolut strebt Porsche in einigen Jahren einen Umsatz zwischen 41
und 45 Milliarden Euro an (2025: 36,4 Milliarden). Die im MDax
Für Analyst Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan dürfte es das Management mit den Umsatzzielen vor allem auf höhere Preise und einen größeren Anteil teurerer Fahrzeuge abgesehen haben. Die Aussichten für das Erwirtschaften von Barmitteln sollten Zahlungen an die Aktionäre stützen.
Porsche will seine Entwicklungskosten für künftige Modellreihen den Angaben nach um bis zu 20 Prozent senken. Die Personalkosten in der Fertigung sollen mittelfristig um bis zu 30 Prozent runter, Verkaufs- und Vertriebskosten um 20 Prozent. Bei den Materialeinzelkosten peilt das Unternehmen ein Minus von rund zehn Prozent an. Die Anzahl von Modellvarianten soll ebenfalls sinken.
Fokus auf Kerngeschäft und schlankere Organisation
Wesentliche Pfeiler der Strategie seien die Fokussierung auf das Kerngeschäft und eine Verschlankung der Organisation. So werden Managementpositionen mittelfristig um 40 Prozent verringert, wie Porsche mitteilte.
Letztlich strebe Porsche eine deutlich niedrigere Gewinnschwelle an, die bereits bei weniger als 200.000 Einheiten erreicht werden soll. Zuletzt seien viele Teile des Konzerns eher auf die Produktion von 350.000 Autos ausgelegt gewesen, sagte Leiters - eine Folge des Wachstumskurses in den vergangenen Jahren. Bei welcher Stückzahl die Gewinnschwelle zuletzt lag, dazu machte er keine Angaben.
Klar ist aber, dass er den Konzern auf weniger Masse trimmen will - das gilt in der Autobranche als schwierig, weil in aller Regel Größenvorteile zum Tragen kommen. Bei Porsche soll nun der Anteil besonders teurer Autos von rund einem Drittel auf fast die Hälfte ausgebaut werden. Das soll bis 2030 den durchschnittlichen Verkaufspreis der teuersten 10.000 verkauften Autos von 270.000 Euro auf 330.000 Euro heben. Unter anderem ist ein größeres und teureres SUV als der Cayenne vorgesehen, und ein Zweitürer-Supersportwagen über dem 911er dürfte ebenfalls dazukommen.
Gewinneinbruch im vergangenen Jahr
Das Unternehmen aus Stuttgart hatte zuletzt zu kämpfen - unter
anderem mit sinkenden Absatzzahlen, insbesondere in China, einer
geringeren Nachfrage nach E-Modellen und den US-Zöllen. Hinzu kamen
die Milliardenkosten für die Verbrenner-Verlängerung, die den Gewinn
des Konzerns 2025 zum größten Teil aufgezehrt haben. Das Ergebnis
nach Steuern brach im Vorjahresvergleich um 91,4 Prozent auf 310
Millionen Euro ein. Im ersten Halbjahr stabilisierte sich das
Ergebnis. Die Krise bei Porsche hatte zuletzt auch die
Geschäftszahlen der Konzernmutter Volkswagen
Im Sommer hatten sich Management und Arbeitnehmer auf ein Sparprogramm geeinigt, das den Abbau von 5.000 weiteren Jobs in der Region Stuttgart bis 2035 vorsieht. Im Gegenzug wurden betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2035 ausgeschlossen. Bereits zuvor gab es bei Porsche Abbauprogramme - auch im Leipziger Werk und bei Tochterfirmen. "Insgesamt wird die Belegschaft im direkten und indirekten Bereich mittelfristig um 25 Prozent reduziert - mit einem strategischen Ziel von 30 Prozent", hieß es./jwe/rwi/men
ISIN DE000PAH0038 DE0007664039 DE000PAG9113
AXC0064 2026-10-07/09:10
Relevante Links: Volkswagen AG, Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Porsche Automobil Holding SE