Rheinmetall startet Serienproduktion von Weltraumsatelliten
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat
die Serienproduktion von Weltraum-Satelliten begonnen. Nach
Vorarbeiten samt Planung und Aufbau sei man in Neuss in die
industrielle Umsetzung übergegangen, teilte das Unternehmen mit. Es
geht um SAR-Satelliten, die ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem
finnischen Satellitenbetreiber Iceye fertigt. Die "Synthetic
Aperture Radar"-Technologie liefert auch bei Nacht und bei
schlechtem Wetter präzise Aufnahmen von Truppenbewegungen und
Stellungen des Feindes.
Pro Jahr sollen in Neuss etwa 50 Satelliten hergestellt werden,
Anfang 2027 soll der erste Neusser Satellit mit einer Trägerrakete
von SpaceX in den Orbit gebracht werden und dort
seine Bahnen ziehen. Die Aufnahmen werden an die Bundeswehr und
andere Armeen verkauft. Rheinmetall und Iceye haben einen
mehrjährigen Vertrag mit der Bundeswehr im Wert von 1,7 Milliarden
Euro. Neu bekannt wurde, dass sich die Bundeswehr einen exklusiven
Zugriff auf eine nicht genannte Anzahl von SAR-Satelliten gesichert
hat, um möglichst schnell Aufnahmen zu bekommen.
Die Radaraufnahmen sollen besonders an der Nato-Ostflanke helfen,
ein genaues Lagebild zu haben. Damit sind sie auch eine
Unterstützung der Bundeswehr-Brigade in Litauen. Konkurrenten bei
dem Satellitengeschäft sind Airbus Defence and Space
und die Bremer Firma OHB .
Mit den Satelliten erweitert Rheinmetall sein Produktportfolio
weiter, neben dem klassischen Geschäft mit Artillerie, Panzern und
Munition verkauft die Waffenschmiede inzwischen auch Schiffe und
Flugzeug-Bauteile. Außerdem wird das Drohnengeschäft
ausgebaut./wdw/DP/zb