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Wiener Börse (Mittag) - ATX um 0,19 Prozent tiefer / Heimische Regierung im Fokus - Dämpfer für Zuversicht der Finanzmarktexperten - Industrie- und Bauwerte am unteren Ende

Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Montag zu Mittag weiterhin tiefer gezeigt. Der heimische Leitindex ATX notierte gegen 11.55 Uhr bei 6.705,33 Punkten und damit 0,19 Prozent unter dem Niveau von Freitag. Der ATX Prime verlor 0,18 Prozent auf 3.289,56 Zähler. Das europäische Umfeld zeigte sich uneinheitlich.

Die heimische Regierung kommt aktuell nicht zur Ruhe. Am Sonntag kam die SPÖ zu einer Krisensitzung zusammen. Dabei wurde beschlossen, dass sich Parteichef Andreas Babler bis Jahresende teilweise zurückziehen wird. Dann soll Finanzminister Markus Marterbauer Vizekanzler werden, Babler aber Medienminister bleiben. Als SPÖ-Chef holt sich Babler Klubobmann Philip Kucher und Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner an seine Seite. Am Montagvormittag berieten die Länderchefs des Regierungspartners ÖVP laut APA-Informationen, wie man mit der neuen Situation umgehen soll.

Unternehmensseitig stand zu Wochenbeginn nichts auf dem Programm. Datenseitig sollte am Vormittag das sentix-Investorenvertrauen in der Eurozone nicht unbeachtet bleiben, schrieben die Helaba-Analysten. Dabei erhielt die Zuversicht der Finanzmarktexperten einen erheblichen Dämpfer. Diese schätzen die konjunkturelle Entwicklung des Euroraums im Oktober nämlich wieder negativer ein. Der vom Analysehaus Sentix erhobene Konjunkturindikator sank um 2,4 Punkte auf 2,7 Punkte, wie das Institut mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 4,2 Punkte gerechnet. Es war der erste Rückgang seit April.

Die Bewertung der aktuellen Lage blieb laut Sentix stabil. Deutlich verschlechtert haben sich aber die Erwartungen. "Die Eurozone tut sich schwer, ihre konjunkturelle Schwächephase hinter sich zu lassen", so die Sentix-Experten.

Ein deutliches Auf und Ab verzeichneten die Anteilsscheine von Lenzing sowie AT&S. Die Aktien des Faserherstellers Lenzing befanden sich zu Wochenbeginn mit einem Plus von 2,62 Prozent bei 14,02 Euro wieder auf Erholungskurs. Am Freitag waren die Papiere um fast 30 Prozent eingebrochen, was mit 13,74 Euro den tiefsten Stand seit 2003 bedeutet hatte. Zum Wochenausklang hatte Berenberg ihre erst vor wenigen Monaten ausgesprochene Kaufempfehlung für die Lenzing-Titel zurückgenommen. Am Donnerstag hatte der Faserhersteller die Anleger mit dem deutlichen Abschlag beim Bezugspreis der im Sommer angekündigten Kapitalerhöhung auf dem falschen Fuß erwischt.

Am Freitag sind die Werte von AT&S mit einem Plus von 10,4 Prozent noch der mit Abstand größte Gewinner gewesen. Dabei hatten die Aktien von der europaweiten Nachfrage nach Papieren mit KI-Fantasie profitiert. Nunmehr fielen AT&S aufgrund von Gewinnmitnahmen wieder um 1,12 Prozent.

Zu den wenigen ATX-Gewinnern zählten auch die Werte von OMV und Uniqa mit jeweils einem Plus von knapp über ein Prozent. Am unteren Ende lagen vor allem Industrie- und Bauwerte, was einen europaweiten Trend widerspiegelte. Die Strabag büßte 1,35 Prozent ein, Andritz 1,2 Prozent.

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