ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Rekorde bei Tech-Indizes - Zinssorgen gebremst
Die US-Börsen haben zum Wochenschluss ihre
Vortagesgewinne ausgebaut. Enttäuschende Arbeitsmarktdaten kamen am
Freitag insbesondere im konjunktursensiblen Technologiebereich
positiv an, weil sie die Zins- und Inflationssorgen der Anleger
dämpften. Allerdings stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter)
Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee wieder etwas, zudem
zogen am Staatsanleihenmarkt die Renditen erneut an. Dies dämpfte
die Kauflaune.
Gleichwohl schnellten die Technologieindizes Nasdaq Composite
und der stärker beachtete Nasdaq 100
auf Rekordhochs. Letzterer gewann am Ende 1,00 Prozent auf 30.807,93
Punkte.
Der marktbreite S&P 500 stieg um 0,73 Prozent auf
7.722,72 Zähler. Der Leitindex Dow Jones Industrial
legte um 0,49 Prozent auf 51.176,96 Punkte zu, nachdem er am Vortag
zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni abgesackt
war. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Minus von 1,26 Prozent.
Der US-Arbeitsmarkt hatte im September nach einer zuletzt robusten
Entwicklung wieder Anzeichen von Schwäche gezeigt. Es gab deutlich
weniger neue Stellen als erwartet.
Der vergleichsweise kräftige Anstieg der Beschäftigung im August
habe sich als Ausreißer herausgestellt, sagte Analyst Dirk Chlench
von der Landesbank Baden-Württemberg. Chefvolkswirt Thomas Gitzel
von der VP Bank kommentierte: "Der Arbeitsmarktbericht wird die
US-Notenbank Fed in ihrem Ausblick moderater Zinsanhebungen
bestätigen." Dies würde Aktien zugute kommen, da sie bei deutlich
steigenden Zinsen gegenüber festverzinslichen Wertpapieren an
Attraktivität verlieren.
Unter den Einzelwerten standen insbesondere die Aktien des
Sportartikelherstellers Nike im Fokus, die nach einem
schwachen Geschäftsausblick am Dow-Ende 3,6 Prozent verloren. Geht
es nach dem Analysten Jay Sole von der Bank UBS, ist das Ende der
aktuellen Nike-Talfahrt an der Börse wohl noch nicht in Sicht. Mit
den Gewinnschätzungen könnte es weiter bergab gehen und die
Bewertung sei trotz des monatelangen Abwärtstrends nicht günstig.
Unter den Technologietiteln sackten die Aktien der
Festplattenhersteller Western Digital und Seagate
um jeweils mehr als zehn Prozent ab. Grund war ein
Bericht der japanischen Zeitung Nikkei. Demnach will der Konkurrent
Toshiba massiv in den Ausbau von
Produktionskapazitäten für Hard Disks investieren.
Dagegen zogen die Aktien von ON Semiconductor um 6
Prozent und die von Synaptics um gut 14 Prozent an.
ON will seine im Sommer bekannt gegebene Übernahme nun nicht mehr
mit eigenen Aktien sondern bar bezahlen, womit die Transaktion für
den Spezialisten für Leistungshalbleiter billiger wird.
Für die Anteilscheine von Tesla ging es um 4,7
Prozent nach oben. Die Auslieferungen des von Tech-Milliardär Elon
Musk geführten E-Autobauers waren zwar im vergangenen Quartal
gesunken, lagen aber über den Erwartungen von Analysten.
In dem starken Umfeld für Technologiewerte hatten die Anteilscheine
von Nvidia einen Höchststand erreicht und legten
letztlich um 1,3 Prozent zu. Der Kursanstieg wurde in den letzten
Wochen durch die Zuversicht beflügelt, dass KI-Agenten wie "Muse"
von der Facebook-Mutter Meta die Nachfrage nach
Halbleitern ankurbeln könnten. Die Aktien erhielten einen weiteren
Schub, nachdem Nvidia am Montag bekannt gegeben hatte, dass es den
Umfang seines Aktienrückkaufprogramms um die Rekordsumme von 150
Milliarden US-Dollar erhöhen werde. Damit steuert Nvidia als aktuell
teuerstes börsennotiertes Unternehmen der Welt auf eine
Marktkapitalisierung von sechs Billionen Dollar zu./la/he