Aktien Frankfurt: Dax zieht vor US-Arbeitsmarktdaten mit US-Börsen an
Die Anleger verdrängen am Freitag die zuletzt
aufgekommen Zins- und Inflationssorgen. Im Schlepptau der
anziehenden US-Indikationen gelang dem Dax eine
schnelle Rückkehr über die Marke von 25.000 Punkten, die am Vortag
erstmals seit Juli wieder unterschritten worden war. Der Leitindex
stieg zuletzt um 0,9 Prozent auf 25.166 Punkte und reduzierte damit
sein Wochenminus auf knapp ein Prozent. Der MDax mit
den mittelgroßen deutschen Werten legte am Freitag um 0,8 Prozent
auf 30.493 Zähler zu.
Die New Yorker Aktienmärkte hatten sich am Vortag nach dem
Xetra-Schluss schon etwas erholt und die US-Futures bestätigten nun
diese Tendenz. Auch am Anleihemarkt hat sich die Lage etwas beruhigt
nach dem jüngsten Ausverkauf, den es vor allem bei französischen
Staatsanleihen gegeben hatte. Förderlich waren nachgebende Ölpreise
wegen Spekulationen, dass europäische Länder die Freigabe
strategischer Reserven erörtern.
Aus der Eurozone wurde am Vormittag eine erwartungsgemäß hohe
Steigerung der Verbraucherpreise veröffentlicht. Anleger warten
jetzt gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht, der am Nachmittag
Impulse geben dürfte. Laut einem Händler würde ein konjunkturell
gutes Signal "das Szenario länger anhaltend hoher Zinsen
untermauern" und den Druck auf Risikoanlagen weiter erhöhen. Die
Helaba-Experten gehen wegen vorheriger Signale davon aus, dass
"keine grundsätzlichen Zweifel an den eingepreisten
Fed-Zinserhöhungen aufkommen sollten".
Eine Stütze für den Dax waren wieder einmal die Aktien mit
KI-Fantasie, darunter die Index-Spitzenreiter Infineon
, Siemens Energy und Hochtief
mit Anstiegen zwischen 2,3 und 5,6 Prozent. Die
relative Stärke im Technologiesektor setzt sich fort, denn der
europäische Branchenindex erreichte ein Hoch seit Juni. In den USA
schnuppert der Nasdaq 100 an einem erneuten Rekord.
Nachrichtlich standen Sportartikelhersteller im Fokus, da der
US-Konkurrent Nike seinen Kurs außerbörslich mit
einem enttäuschenden Ausblick mit mehr als zehn Prozent unter Druck
brachte. Die Aktien von Adidas und Puma
wurden davon nur anfangs belastet, schafften es aber
dann beide ins Plus. Laut einem Börsianer sind die Probleme bei Nike
weitgehend hausgemacht.
Im MDax sackte der Kurs von Auto1 nach einem
Vorab-Briefing, das der Gebrauchtwagenhändler vor seinem nächsten
Quartalsbericht unter Analysten abhielt, um acht Prozent ab. Marcus
Diebel von JPMorgan schrieb, die Aussagen zögen sinkende
Gewinnschätzungen nach sich. Ansonsten gab der Kurs von Flatexdegiro
um 1,4 Prozent nach, nachdem der britische Broker IG
mit schwachen Eckdaten für Verwunderung sorgte.
Zwei Analystenkommentare bewegten: Hensoldt wurde an
der MDax-Spitze mit fünf Prozent ins Plus gehievt, während die
Aktien der Commerzbank im Dax ihre Talfahrt mit einem
Abschlag von 1,5 Prozent fortsetzten. Nach einer Abstufung durch die
Deutsche Bank ist es nun die kanadische Bank RBC, die ihr positives
Votum für die Commerzbank aufgibt. Das
Rüstungselektronik-Unternehmen Hensoldt dagegen wurde am Vortag von
der Bank of America auf eine Liste der besten Anlageideen gesetzt,
und nun sprach Kepler Cheuvreux eine Kaufempfehlung aus./tih/jha/