Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Verlusten / Leicht nachlassende Ölpreise stützen nur wenig
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben am Freitagnachmittag mehrheitlich nachgegeben. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe stieg im Gegenzug um 5 Basispunkte auf 3,82 Prozent und lag damit weiter am höchsten Niveau seit 2011. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 21 Basispunkte.
Der Euro-Bund-Future fiel um 0,06 Prozent auf 119,61 Punkte. Ein leichter Rückgang der Ölpreise stützte die Anleihekurse vor dem Wochenende nur wenig.
"Die Zinserhöhungserwartungen haben in den letzten Tagen weiter zugenommen. Das gilt im Hinblick auf die EZB, aber auch bezüglich der Fed. Solide Konjunkturindikatoren haben dazu beigetragen, ebenso wie das weiterhin hohe Energiepreisniveau", schrieben die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Entsprechend hätten sich Notenbanker beiderseits des Atlantiks für weitere geldpolitische Straffungsschritte ausgesprochen. Dies hatte die Renditen zuletzt kräftig nach oben getrieben.
Christoph Rieger, Anleihestratege von der Commerzbank, verweist jedoch darauf, dass trotz gestiegener Zinserwartungen ein wesentlicher Teil des Anstiegs der Langfristrenditen auf höhere Laufzeitprämien zurückzuführen sei. "Der Anstieg der Langfristrenditen ist zu einem Großteil auf steigende Realrenditen zurückzuführen. Die Inflationserwartungen sind erstaunlich stabil, dank der scheinbar entschlossenen Zentralbanken", so Rieger. Weniger leicht zu beantworten sei aber die Frage, ob die Realrenditen durch positive Aussichten auf ein höheres KI-bedingtes Wachstum oder durch negative Aussichten auf höhere Budgetdefizite verursacht würden.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 3,22 3,22 0,00 -9 5 Jahre 3,52 3,49 0,03 9 10 Jahre 3,82 3,77 0,05 21 30 Jahre 4,12 4,07 0,05 23
spa/ste